"Rauchen sichert sozialen Frieden": Chinas Behörden drücken sich vor Rauchverboten!
- Gesundheitsgefährung wird dafür in Kauf genommen
- Mehr als 1 Mio. Menschen sterben dadurch pro Jahr
Ein Rauchverbot könnte in China einem Beamten zufolge den sozialen Frieden gefährden. "Rauchen gefährdet die Gesundheit der Menschen, aber ein Verbot gefährdet die Stabilität der Gesellschaft", sagte Zhang Baozhen, stellvertretender Chef der staatlichen Tabak-Behörde, auf der Sitzung des Volkskongresses. Als Entwicklungsland brauche China die Tabakindustrie.
Mit der Entwicklung moderner Technologien könnten die Anteile giftiger Inhaltsstoffe in Zigaretten verringert und damit der durch das Rauchen verursachte gesundheitliche Schaden minimiert werden, erwiderte Zhang auf den Vorschlag einiger Mitglieder des Volkskongresses, das Rauchen einzuschränken.
China ist der weltweit größte Produzent und Konsument von Zigaretten. Jährlich werden dort zwei Billionen Zigaretten geraucht. Etwa 1,2 Millionen Menschen sterben der nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) jedes Jahr in China an den Folgen des Rauchens. In vielen europäischen Ländern, US-Bundesstaaten sowie in Hongkong, das seit 1997 wieder zu China gehört, gibt es bereits Rauchverbote in öffentlichen Einrichtungen. Auch in China existiert bereits ein Gesetz, das Rauchen während des Autofahrens verbietet. Es wird aber nur wenig beachtet.
(apa/red)
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