Marschbefehl in den Irak nicht befolgt:
US-Soldat wegen Fahnenflucht verurteilt
- Achtmonatige Haftstrafe für 35-jährigen Sanitäter
·Irak: Unzählige Tote bei Anschlag auf Pilger
Zahlreiche Frauen und Kinder unter den Opfern
·Wieder Selbstmord- Anschlag in Bagdad
Irak: 26 Todesopfer, 54 weitere Menschen verletzt
Das amerikanische Kriegsgericht in Würzburg hat einen US-Soldaten als Deserteur verurteilt, der bei seinem zweiten Marschbefehl in den Irak untergetaucht war. Der 35-jährige Sanitäter Agustin Aguayo hatte gestanden, dass er der erneuten Verlegung seiner Einheit in den Irak im vergangenen Herbst absichtlich ferngeblieben sei. Er wurde zu einer achtmonatigen Haftstrafe verurteilt. Zudem wird er unehrenhaft aus dem Militär entlassen und verliert seine Bezüge.
Der in Schweinfurt stationierte Soldat war aus dem Schlafzimmerfenster seiner Wohnung gesprungen, als zwei Vorgesetzte vor der Tür standen, um ihn abzuholen und in das Krisengebiet mitzunehmen. Der Flüchtige setzte sich in die USA ab, wo er sich dreieinhalb Wochen später den Behörden stellte. Danach saß er in Mannheim im Militärgefängnis. Für Fahnenflucht hätten ihm im schlimmsten Fall sieben Jahre Haft gedroht.
Vor dem Prozess hatte der Sanitätssoldat Gewissensgründe für seine Flucht angegeben und gesagt, der Irakkrieg sei unmoralisch. Die Militärstaatsanwaltschaft warf ihm dagegen vor, er habe sich lediglich vor einem gefährlichen Einsatz drücken wollen.
Aguayo war bereits 2004 mit einer Kampfgruppe der in Deutschland stationierten 1. Infanteriedivision im irakischen Tikrit im Einsatz gewesen, nachdem die Army seinen Antrag auf Entlassung abgelehnt hatte. Als seine Einheit im vergangenen September zum zweiten Mal in den Irak verlegt wurde, setzte er sich nach Kalifornien ab. In Fort Irwin stellte er sich drei Wochen später. (apa/red)
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