Mittwoch, 7. März 2007

USA-Nordkorea Gespräche in New York: Zuversicht nach erster Verhandlungsrunde

  • US-Unterhändler Hill: "Auf dem richtigen Weg"
  • Nordkoreas Vize-Außenminister: "Gute Atmosphäre"

Die USA und Nordkorea haben die erste Gesprächsrunde über eine Normalisierung ihrer Beziehungen abgeschlossen. Der Unterstaatssekretär im US-Außenministerium, Christopher Hill, sagte nach zwei Treffen mit dem nordkoreanischen Vize-Außenminister Kim Kye Gwan in New York, er habe den Eindruck, "dass wir auf dem richtigen Weg sind". Auch Kim äußerte sich zufrieden. Die Gespräche seien in "sehr guter, konstruktiver und ernsthafter Atmosphäre" geführt worden, sagte der Chefunterhändler für das Atomprogramm seines Landes.

Bei den Gesprächen in New York habe die nordkoreanische Seite deutlich gemacht, dass sie ihre Mitte Februar bei den Sechs-Länder-Verhandlungen eingegangenen Verpflichtungen erfüllen wolle, sagte der US-Unterhändler Hill. "Das war eine sehr gute, eine sehr sachbezogene und umfassende Diskussion."

Kim Kye Gwan habe deutlich gemacht, dass Nordkorea nicht nur wie zugesagt die einzige Atomanlage des Landes innerhalb von 60 Tagen schließen und internationale Inspekteure zulassen will. Er habe zudem signalisiert, dass Pjöngjang auch die nächste und schwierigere Phase angehen wolle, in der die Atomanlage unbenutzbar gemacht werden müsse. "Ich war erfreut", sagte Hill. "Wir haben also die Bereitschaft, auch die nächste Phase anzugehen."

Hill zeigte sich zuversichtlich, dass man Schritt für Schritt dem Ziel einer atomwaffenfreien koreanischen Halbinsel näher kommen könne. Es habe auf beiden Seiten die Bereitschaft zu Fortschritten gegeben, sagte er. "Allerdings ist das nicht unähnlich wie bei einem Computerspiel. Es wir immer schwieriger, je höher man mit den Ebenen kommt."

Das Treffen der bilateralen Arbeitsgruppe galt nach 50 Jahren der Konfrontation zwischen den USA und Nordkorea als ein historischer Schritt. Das Gremium war wie vier weitere Arbeitsgruppen nach einem Durchbruch bei den Sechs-Länder-Verhandlungen am 13. Februar in Peking vereinbart worden. Pjöngjang hatte dabei zugesagt, sein Atomwaffenprogramm schrittweise aufzugeben. Im Gegenzug soll das verarmte Land Wirtschafts- und Energiehilfe bekommen.

Das nächste Treffen der Arbeitsgruppe soll vor der nächsten Sechser-Runde in Peking Ende der kommenden Woche stattfinden. Er habe deutlich gemacht, dass es ein Entgegenkommen der USA nur geben könne, wenn Nordkorea allen seinen Verpflichtungen voll nachkomme, sagte Hill. Pjöngjang drängt auf einen Abbau von Handelshemmnissen und will von der Liste der Staaten gestrichen werden, die den Terrorismus unterstützen.

Lange Diskussionen gab es Hill zufolge auch über die rechtlichen Aspekte, diplomatische Beziehungen mit Nordkorea aufzunehmen. "Wir setzen uns dafür ein, dieses Ziel zu erreichen", sagte er. Der Korea-Krieg (1950-1953), in dem die USA internationale Truppen gegen den Norden anführten, ist offiziell nie beendet worden.

(apa/red)

7.3.2007 08:54