Tourismusbroschüre regt auf: Haider ortet
"Provokation nationalistischer Slowenen"
- LH verurteilt grenzüberschreitende Vermarktung
- Projektleiterin mit Kritik: "Verfälschung der Wahrheit"

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Eine neuerliche "Provokation nationalistischer Slowenen" ortet der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider. Eine von der slowenischen Land- und Forstwirtschaftskammer herausgegebene Tourismusbroschüre weise "halb Kärnten als slowenisches Gebiet aus", kritisierte er. Haider: "Nationalismus hat in der heutigen Zeit nichts mehr verloren. Das muss endlich auch Slowenien akzeptieren." Es handelt sich um die Broschüre "Grenzenlos genießen", in der regionale Spezialitäten in Kärnten und Slowenien vorgestellt werden.
In der Broschüre werden zehn slowenische Regionen sowie Kärnten und ihre Spezialitäten sowie ausgewählte Bauernhöfe und Gasthäuser vorgestellt. Ein Teil der Kärntner Orte hat dabei zweisprachige Ortsbezeichnungen. Die Staatsgrenze zwischen Slowenien und Österreich ist jedoch eindeutig sichtbar, auch hat Kärnten eine andere Farbe als die slowenischen Regionen.
Die Projektleiterin im Regionalbüro der slowenischen Landwirtschaftskammer Celje (Cilli), Vesna Cucek, zeigte sich gegenüber der APA fassungslos über den Vorwurf. Es sei eine "Verfälschung der Wahrheit", wenn von einer Vereinnahmung Kärntens gesprochen werde. "Unser Prospekt ist ausschließlich touristischer Natur", betonte sie. Statt über die Köstlichkeiten der Region zu berichten, werde nun eine politische Diskussion angefacht. "Es hat niemand die Absicht gehabt, zu provozieren", betonte sie.
"In Wirklichkeit machen wir Werbung für Kärnten", wies Cucek darauf hin, dass das Projekt auch auf dem Internet-Portal der slowenischen Tourismuswerbung (http://www.slovenia.info/?uzivajmo_brez_meja=0&lng=3) vorgestellt werde. Mit der Broschüre sollten nämlich sowohl Slowenen zum Besuch Kärntens animiert werden als auch umgekehrt, betonte sie.
"Unsere Absicht war, dass wir die Köstlichkeiten der Region vermarkten und die Menschen einladen", betonte Cucek. Sie hätte sich nie gedacht, dass aus einem rein touristischen Projekt ein Politikum werden könnte. Cucek wies darauf hin, dass das Projekt nur wegen seines grenzüberschreitenden und mehrsprachigen Charakters eine EU-Förderung im Rahmen des Interreg-Programms erhalten habe. Zur Kritik an der zweisprachigen Bezeichnung Kärntner Namen sagte Cucek, dass in der slowenischen und deutschen Version der Broschüre dieselbe Landkarte abgedruckt worden sei, um Kosten zu sparen.
Das Kooperationsprojekt "Grenzenlos genießen" wird von der slowenischen Landwirtschaftskammer und der Kärntner Organisation "Urlaub am Bauernhof" getragen. Deren Geschäftsführerin Edith Kerschbaumer will von den slowenischen Ortsbezeichnungen nichts gewusst haben: "Wir haben es erst im Nachhinein gesehen. Auf den slowenischen Teil der Kooperation haben wir aber nicht wirklich Einfluss." Cucek sagte, sie arbeite schon seit zehn Jahren mit der Kärntner Organisation bei der Erstellung von Broschüren zusammen. "Wir verstehen uns ausgezeichnet mit unseren Partnern in Kärnten."
Über die Broschüre berichtete die "Kärntner Krone" unter dem Titel "Slowenien vereinnahmt halb Kärnten". Haider meinte in einer Aussendung, "die von der Kärntner Kronen Zeitung aufgedeckte Provokation" zeige einmal mehr, dass Slowenien die festgelegten Grenzen nicht akzeptieren wolle und nach wie vor Gebietsansprüche in Kärnten stelle. (apa/red)
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