Mittwoch, 7. März 2007

Mit Trink- und Trockentagen entschlacken: Keine Diät so umstritten wie die Schroth-Kur

  • Entschlacken oder quälen für Mangelerscheinungen?
  • Neben traditioneller Variante existiert moderne Diät

Nach seiner Knieverletzung entwickelte der Fuhrmann Johann Schroth im 19. Jahrhundert die nach ihm benannte Schroth-Kur im Selbstversuch. Diese Diät-Kur, die zur Entschlackung und Entgiftung durchgeführt wird, besteht aus Trink- und Trockentagen. Neben der traditionellen Kur hat sich auch eine modifiziertere Variante durchgesetzt, die von Medizinern weniger kritisiert wird.

Hauptziel der Schroth-Kur, die zwei bis drei Wochen dauern soll, ist das Entgiften und Entschlacken des Körpers, doch hierbei sollen auch die Selbstheilungskräfte gefördert werden. Meistens kommt es bei disziplinierter Durchführung dieser Behandlung auch zu einer deutlichen Gewichtsreduktion. Die traditionelle Variante wird von den meisten Medizinern abgelehnt. Doch heute haben sich auch modifizierte Varianten herausgebildet.

Ernährung
Die Kost ist zumeist salz- und fettlos. Die auch eiweißarmen Lebensmittel mit Reis-, Grieß- und Haferbrei werden durch gekochtes Gemüse und ebenfalls gekochtes Obst sowie trockene Semmeln ergänzt. Die Nahrung wird abhängig vom Grundelement der Kur, nämlich den Trink- und Trockentagen eingenommen.

Modifizierte Version
An der traditionellen Kurvariante wurde oftmals die viel zu geringe Flüssigkeitszufuhr an Trockentagen kritisiert. Man durfte nur weniger als einen halber Liter zu sich nehmen, noch dazu sollte es sich dabei vor allem um Weißwein handeln. Die erlaubte Menge an Flüssigkeit wurde nun erhöht. Außerdem ist auch die empfohlene Kalorienanzahl gestiegen (von ca. 750 auf ca. 1500 Kcal), um den berühmten 'Jo-Jo-Effekt' nach der Kur zu vermeiden. Nachts werden um den Körper feuchtkalte Tücher gewickelt.

Kritik
Vor allem die klassische Schrohtkur wird von vielen Medizinern als gesundheitsschädlich angesehen. Es wird behauptet, dass es sich hierbei um eine Mangeldiät handelt, die auch Muskelschwund, Leistungsabfall und Vitaminmangel hervorrufen kann. Außerdem wird die erlaubte Flüssigkeitszufuhr an Trockentagen immer noch als zu gering betrachtet. Schwangeren, aber auch Patienten mit zum Beispiel Leberzirrhose, Nierenfunktionsstörungen, Krebserkrankungen und Schilddrüsenüberfunktion & Co wird von der Schroth-Kur generell abgeraten. (red)

7.3.2007 12:43