Montag, 12. März 2007

Ohne Internet-Voting nicht halb so wichtig:
Schaumschlägerei bei den Estland-Wahlen?

  • Internationale Aufmerksamkeit und dennoch sinnfrei

Am 4. März wählten die Esten ein neues Parlament. Das heißt, jene die nicht schon im Voraus ihre Stimme auf herkömmliche Weise oder über das Internet deponiert haben. Und vor allem jene, die überhaupt wählen gingen.

Die nach estnischen Angaben weltweit erstmals bei einer Parlamentswahl ermöglichte Stimmabgabe im Internet sowie das Antreten der nach zehn Jahren aus der politischen Versenkung wieder aufgetauchten Grünen prägten die internationale Voraus-Berichterstattung. Das ist nicht weiter verwunderlich, fiel doch der Wahlkampf nicht gerade reich an Sachthemen aus und die kolportierten inner-estnischen Skandale und Skandälchen interessieren anderswo wohl kaum jemanden.

Viel Lärm um wenig Nutzen
Und das berühmte Online-Voting? Bei den Regionalwahlen 2005 machten keine zwei Prozent der Wähler mit; beim Testlauf im Jänner wählten ein paar Tausend via Internet unter mehreren Tieren den "König des Waldes". Trotz medienwirksamer Internet-Stimmenabgabe mehrerer öffentlicher Personen, darunter Premier Ansip und der für die Rechtsnationalisten kandidierende Ex-Olympiasieger im Zehnkampf Erkki Nool, glaubte kaum jemand in Estland, dass die Internet-Wahlbeteiligung diesmal wesentlich über jener von 2005 liegen wird. (apa/red)

12.3.2007 09:16