Freitag, 2. März 2007

Korrekte Codes: IT-Dienstleister überträgt Fairtrade-Idee auf Outsourcing-Geschäft!

  • FORMAT: Bei codeon geht beides - billig und fair!
  • Wiener codeon-Chef Kersch zeigt soziales Gewissen

Er kommt mit Aktenkoffer, nicht mit Jute-Tasche. Und er findet, dass soziales Gewissen und Geschäftssinn kein Widerspruch sind. Martin Kersch, der 31-jährige Chef des Wiener IT-Dienstleisters codeon, entwickelt mit seinem 20-Mann-Team Webauftritte für KMUs, Content-Management-Systeme und mobile Software für Großkonzerne. Um Aufträge kämpfen und Preisdrückerei begegnen gehört hier zum täglichen Brot. Und dass selbst bei kleineren Projekten längst nicht mehr alle Programmzeilen in Österreich geschrieben werden, ist schon normal.

Indien ist in der Softwarebranche nur einen Mausklick entfernt, und im Osten warten Heerscharen günstiger Programmierer auf Aufträge. Die Entwicklungskosten für Projekte können auf diese Weise um ein Drittel und mehr gesenkt werden.

Codeon-Logo steht für vier Fairnessprinzipien
Aber ist es fair, wenn am anderen Ende der Welt Lohnschreiber ausgequetscht werden? "Was für Rosen, Kaffee und Schokolade funktioniert, muss auch für Programmzeilen gehen", befand Kersch und arbeitete mit seinen Leuten einen Kodex aus, der den Kunden eine Software garantiert, die "nicht unter unmenschlichen Umständen" und um "jeden Preis" entstanden ist. So steht das grüne codeon-Logo für vier Fairnessprinzipien: Die Arbeitszeit darf nicht mehr als 10 Stunden pro Tag und 48 Stunden pro Woche betragen. Kontrolliert wird das mit einem Zeiterfassungssystem. Mehrstunden werden nicht honoriert, "um keinen Anreiz für Ausbeuterei zu schaffen", sagt der Unternehmer. Wenn die Dienstleister sich nicht daran halten, beendet codeon die Zusammenarbeit.

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2.3.2007 10:58