ÖBB schaffen sieben neue Lehrberufe: Eisenbahner wollen auf die Jugend setzen
- Auf 350 offene Stellen kommen 2.000 Bewerbungen
- Nur 12,5 Prozent der ÖBB-Lehrlinge sind weiblich

Die ÖBB setzen nach eigenen Angaben verstärkt auf die Jugend und stellen sie ihre Lehrlingsoffensive 2007 vor. Ihr zentraler Inhalt: die Gründung sieben neuer Lehrberufe. Das Interesse sei bereits groß, heißt es bei den ÖBB. Die neuen Ausbildungsprogramme mit den Grundmodulen Elektrotechnik und Maschinenbau sehen ab dem dritten Lehrjahr eine Spezialisierung auf eisenbahnspezifische Inhalte vor und sind auf die künftigen Anforderungen der Bahn zugeschnitten. Die Programme müssen noch genehmigt werden.
Bereits am ersten Tag der Berufsmesse BeST in der Wiener Stadthalle war das Interesse an den neuen Eisenbahnerberufen sehr groß. Bewerbungen für den Ausbildungsstart im Herbst können noch bis zum 16. März abgegeben werden. Die ÖBB sind mit mehr als 1.500 Lehrlingen in Ausbildung der größte Lehrstellenanbieter Österreichs. Und das, obwohl in der Sparte Transport und Verkehr nur 1,6 Prozent aller Lehrlinge ausgebildet werden.
Jährlich beginnen 350 bis 450 Jugendliche bei den ÖBB eine Lehre. Auf 350 offene Stellen kämen in der Regel 2.000 Bewerbungen, sagt Franz Nigl, Geschäftsführer der ÖBB-Dienstleistungs GmbH.
Die derzeit zur Wahl stehenden elf technischen Lehren werden in den bundesweit elf Lehrwerkstätten in Wien, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark, Tirol und Vorarlberg und österreichweit bei der ÖBB-Postbus GmbH angeboten. Drei kaufmännische Lehren - Bürokaufmann, Speditionskaufmann und Mobilitätskaufmann - kann man bei der ÖBB-Dienstleistungs GmbH, der Rail Cargo Austria AG und der ÖBB-Personenverkehr AG absolvieren.
Auch andere Unternehmen nützen die ÖBB-Lehrwerkstätten. Unter anderem lagern Agrana, Austria Tabak, das Arbeitsmarktservice und das Österreichische Bundesheer Ausbildungsmodule oder auch ganze Jahreslehrgänge an die ÖBB aus.
12,5 Prozent der ÖBB-Lehrlinge sind Frauen. Damit sei der Frauenanteil derzeit doppelt so hoch wie im Konzerndurchschnitt, "und das gibt den Trend vor", betont Nigl. Denn die ÖBB möchten in den nächsten drei bis vier Jahren den Frauenanteil im Unternehmen auf 10 Prozent erhöhen.
Große geschlechtsspezifische Unterschiede gibt es nach wie vor zwischen technischen und kaufmännischen Lehrberufen. Während beim Speditions- und Mobilitätskaufmann der Frauenanteil bei 47 bzw. 66 Prozent liegt, fällt er bei technischen Berufen stark zurück. Spitzenreiter ist hier Oberösterreich mit 10 Prozent weiblichen Lehrlingen.
(apa/red)
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