Freitag, 2. März 2007

Bilanz des Spar-Meisters Gerhard Drexel:
9, 2 % Plus dank Expansion & Verjüngung!

  • FORMAT: Drexel will Rewe & Adeg-Fusion sprengen
  • Spar Österreich machte 4, 66 Millionen Euro Umsatz

Strebsam, hartnäckig und manchmal unerbittlich - das sind die Tugenden, mit denen Gerhard Drexel, 51, Chef des zweitgrößten und einzigen österreichischen Lebensmittelriesen des Landes, Spar, gemeinhin in Verbindung gebracht wird.

Derzeit macht der Handelsmanager seinem Ruf wieder einmal alle Ehre. In Zeiten eines nahezu stagnierenden österreichischen Lebensmittelmarktes kann er dank beharrlicher Expansionsbemühungen und einer seit sechs Jahren laufenden Relaunch-Kampagne für die 1.429 Spar-, Eurospar-Interspar-und Maximarkt-Standorte in der druckfrischen Bilanz 2006 immerhin 4,3 Prozent Wachstum vermerken. Der übrige klassische Lebensmittelhandel (Diskonter nicht mitgerechnet) schaffte lediglich 1,4 Prozent. In absoluten Zahlen kam Spar Österreich auf 4,66 Millionen Euro Umsatz.

Rewe-Bilanz ist noch auständig
Ob Drexel damit in seinem Marathon-Match gegen Branchenprimus Rewe (Billa, Merkur, Penny), wie schon in den sieben Jahren zuvor, abermals Meter gemacht hat, ist noch offen, denn die Rewe-Bilanz für 2006 ist noch ausständig. Fest steht allerdings schon, dass dieser Zweikampf Drexel weiterhin Ausdauer abverlangen wird. Denn Marktanteilsverschiebungen zwischen den Platzhirschen hat es auch vergangenes Jahr allen Prognosen zufolge höchstens im Bereich von Zehntelprozenten gegeben.

"Angesichts des gesättigten Marktes wird sich daran auch in den kommenden Jahren nicht viel ändern", analysiert Hanspeter Madlberger vom Branchenblatt "Key Account".

Neue Front zwischen Rewe und Spar
Dafür hat sich zwischen Rewe und Spar eine neue Front aufgetan. Die beiden Konzerne haben nach Antritt der neuen Rewe-Führung unter Vorstandssprecher Martin Lenz dem Preiskampf abgeschworen und den Kuschelkurs ausgerufen, doch jetzt sitzt Drexel dem Mitbewerber aus wettbewerbsrechtlichen Gründen im Nacken: Rewe ist mit 24,9 Prozent bei Adeg eingestiegen, und während die österreichische Kartellbehörde die Causa nur "beobachten" will, wettert Drexel gegen ein "Einkaufskartell", weil Adeg siebzig Prozent der Warenbeschaffung künftig über die Rewe abwickeln wird. Die Rewe-Eigenmarken Clever und ja! Natürlich stehen beim einstigen Konkurrenten schon im Regal.

Walter Barfuß, oberster Kartellwächter, der einst mit starken Ansagen gegen Marktmacht-Kumulierung im Lebensmittelhandel geritten ist, will die Sache jetzt nicht einmal mehr kommentieren. Doch Drexel gibt nicht auf, und Branchenkenner wissen, dass der Mann für mehr als Drohgebärden gut ist: 1999 sprengte er die Totalübernahme von Meinl durch Billa nach zähem Lobbying in Brüssel, um sich hinterher die Hälfte der Meinl-Läden unter den Nagel zu reißen.

Die gelungene Bilanz 2006 vor sich, gibt sich Drexel indes jovial: "Unter dem Strich kommt es nicht darauf an, ob wir Marktführer sind, sondern darauf, ob wir unseren Job gut gemacht haben".

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2.3.2007 10:39