Mittwoch, 28. Februar 2007

Inflationsrate im Jänner angestiegen! Preis-
treiber: Wohnen, Wasser, Energie und Essen

  • Verbraucherpreisindex erhöhte sich auf 1,8 Prozent
  • Bekleidung und Schuhe waren inflationsdämpfend

Die Inflationsrate ist in Österreich im Jänner geringfügig von 1,5 auf 1,6 Prozent im Jahresabstand angestiegen. Stärkste Preistreiber waren die Bereiche Wohnen, Wasser und Energie sowie Nahrungsmittel. So verteuerte sich Haushaltsenergie um 7,7 Prozent, darunter Strom und Gas um jeweils elf Prozent, wie die Statistik Austria bekannt gab.

Der für die Europäische Währungsunion berechnete Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) Österreichs erhöhte sich auf 1,8 Prozent, im Dezember hatte er noch 1,6 Prozent betragen. Der heimische Preisindex für Pensionistenhaushalte (PIPH) lag mit 1,9 (1,8) Prozent Jahres-Teuerung erneut über dem allgemeinen Verbraucherpreisindex.

Gegenüber dem Vormonat Dezember blieb der allgemeine VPI im Jänner unverändert, der HVPI legte im Monatsabstand um 0,1 Prozent zu.

Wohnung, Wasser und Energie teurer
Als "Top-Preistreiber" im Jahresabstand erwies sich im Jänner in Österreich einmal mehr die Ausgabengruppe "Wohnung, Wasser und Energie" mit +5,4 Prozent, die etwas mehr als die Hälfte der Jahresinflation verursachte. Neben Haushaltsenergie zogen auch die Preise für die Instandhaltung von Wohnungen mit +5,3 Prozent deutlich an.

"Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke", die sich im Schnitt um 2,9 Prozent verteuerten, erwiesen sich laut Statistik Austria weiterhin als ein wesentlicher Preistreiber, wobei sich bei den Nahrungsmitteln (+2,8 Prozent) besonders die Preise für Fleisch und Gemüse (+4,7 Prozent) erhöhten. Bei den alkoholfreien Getränken (+3,7 Prozent) gab es vor allem bei Mineralwasser, Erfrischungsgetränken und Säften (+7 Prozent) deutliche Preissteigerungen. Bei "Restaurants und Hotels" stiegen die Preise im Schnitt um 2,5 Prozent. Die Bewirtungsdienstleistungen wurden 2,2 Prozent teurer.

Bekleidung und Schuhe dämpfen Inflation
Eindeutig inflationsdämpfend wirkte im Jahresabstand der Preisrückgang bei der Ausgabengruppe "Bekleidung und Schuhe", deren Preise im Jänner um durchschnittlich 3,4 Prozent niedriger waren als noch ein Jahr zuvor. In "Freizeit und Kultur" (durchschnittlich -0,7 Prozent) waren die größten Verbilligungen bei den "Audiovisuellen, fotografischen und EDV-Geräten" festzustellen (-5,8 Prozent; PC-Monitor -26 Prozent, Notebook -14 Prozent, Speichermedium -48 Prozent). Die Preise für Pauschalreisen gingen insgesamt um 2,5 Prozent zurück.

Im Vergleich zum Vormonat Dezember stiegen bis Jänner in der Ausgabengruppe "Nachrichtenübermittlung" die Preise durchschnittlich um 2,3 Prozent. Auf Grund von Weihnachtsaktionen der Mobilfunkbetreiber, die Aktivierungsgebühr musste nicht bezahlt werden, war im Dezember ein Rückgang um 65,4 Prozent zu beobachten. Mit dem Ende dieser Aktion kehrte der Index auf das Niveau von November zurück, was laut Statistik Austria rechnerisch eine Teuerung um 183 Prozent ausmacht.

Für die Preissteigerungen in der Ausgabengruppe "Wohnen, Wasser und Energie" (um durchschnittlich +1,6 Prozent im Monatsabstand) waren vorrangig die Ausgaben für die Instandhaltung von Wohnungen (+1,8 Prozent) und Preissteigerungen bei der Haushaltsenergie (insgesamt +3,1 Prozent; Strom +7 Prozent, Gas +6 Prozent) verantwortlich. Ein Teil dieser Preissteigerungen ist beim Strom auf die Neueinführung der Zählpunktpauschale zurückzuführen, die seit dem 1.1.2007 für jeden Stromzähler zu zahlen ist, betont die Statistik Austria.

In der Ausgabengruppe "Verschiedene Waren und Dienstleistungen" stiegen die Preise von Dezember auf Jänner im Durchschnitt um 1,4 Prozent. Ausschlaggebend dafür waren Teuerungen bei der Eigenheimbündelversicherung (+5 Prozent), der Privaten Krankenversicherung (+3 Prozent) und der Teilkaskoversicherung (+3 Prozent).

Deutliche Preisrückgänge
Demgegenüber gab es aber auch deutliche Preisrückgänge, wie etwa in der Ausgabengruppe "Bekleidung und Schuhe" (-9,6 Prozent). Bekleidung wurde sogar um 11 Prozent billiger. Hier dürfte sich der jahreszeitbedingte Winterschlussverkauf niedergeschlagen haben, vermuten die Statistiker. Wie schon in den Vormonaten waren auch im Jänner die Preise in der Ausgabengruppe "Freizeit und Kultur" leicht rückläufig (-0,8 Prozent). Hauptverantwortlich dafür waren Preissenkungen bei den Pauschalreisen (-5,0 Prozent; Flugpauschalreisen -7 Prozent, Städteflug -3 Prozent). (apa/red)

28.2.2007 10:50