Schelte vom FIFA-Boss: Blatter fordert
von der Schweiz mehr EURO-Begeisterung
- Kritisiert auch UEFA - Unterstützung für Südafrika
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FIFA-Präsident Sepp Blatter hat im Rahmen des hochkarätig besetzten Swiss Sport Forum in Zürich die fehlende Begeisterung für die Europameisterschaft 2008 in Österreichs Partner-Land Schweiz beklagt und indirekt auch die UEFA wegen ihrer Haltung in Steuerfragen kritisiert. "Ich vermisse in der Deutschschweiz wie in der Westschweiz den Enthusiasmus", sagte der Eidgenosse. "Nachdem wir etwas bekommen haben, ist das Erste, das wir Schweizer sagen: Was kostet das? Das ist schlimm, packen wir es doch an."
Benedikt Weibel, der EURO-Delegierte des Schweizer Bundes, und Dietrich Kellenberger, Chef der UEFA-Rechtsdienste, relativierten Blatters Kritik jedoch. Kellenberger stellte bei den Verantwortlichen in Österreich und der Schweiz einen "unglaublichen Elan" fest. Alle großen Fragen seien unter Dach und Fach, es stellten sich nur noch marginale Probleme. Eines davon sei die große Ticket-Nachfrage, ein anderes die Mehrwertsteuer.
Der frühere deutsche Innenminister Otto Schily und Blatter kamen auch auf die von den Spielern zu entrichtenden Steuern zu sprechen. "Deutschland hat von der WM 2006 steuerlich enorm profitiert", sagte Schily. Und Blatter erwähnte, dass die Spieler aller 32 in Deutschland spielenden Nationalteams Quellensteuern bezahlten. "Die FIFA hat die Quellensteuer direkt abgezogen und sie dem deutschen Staat überwiesen. Wo du etwas verdienst, sollst du es auch versteuern", sagte Blatter. Dies sei nur korrekt und solidarisch.
Im Clinch wegen Behörden
Wegen der Quellensteuer befindet sich die UEFA im Clinch mit den Berner Behörden. Mitte Februar war der Steuerstreit zwischen dem Kanton Bern und der UEFA in eine neue Runde gegangen.
Im Hinblick auf die WM 2010 betonte Blatter die Richtigkeit der Entscheidung, das Turnier nach Südafrika zu vergeben. "Südafrika wird eine gute WM organisieren, nicht so perfekt wie 2006 in Deutschland, die Afrikaner werden eine afrikanische WM organisieren." Die Idee, die WM wegen dortiger Schwierigkeiten anderswohin zu verlegen, wischte Blatter vom Tisch. "Der Plan B ist Südafrika, und der Plan C ist auch Südafrika."
Die fünfte Auflage des Swiss Sport Forums wird gemeinsam mit dem Expertforum der Ticketcorner AG durchgeführt. Mehr als 300 Vertreter aus Sport, Wirtschaft und Politik folgten den Ausführungen prominenter Fachleute, darunter auch Eishockey-Weltverbandspräsident Rene Fasel und die UEFA-Spitzenleute Gianni Infantino und Heinz Tännler.
(apa/red)










