Donnerstag, 1. März 2007

Gibt's erst 2026 die nächste WM in Europa? Schwerer Dämpfer für Englands Hoffnungen

  • FIFA-Chef Blatter will Rotationsprinzip durchziehen
    WM 2018 könnte in China oder Australien stattfinden
  • Richtungweisende Entscheidungen im November

Die Hoffnungen von England auf die Ausrichtung der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 haben einen gehörigen Dämpfer erhalten. FIFA-Boss Sepp Blatter will offenbar das Kontinental-Rotationsprinzip durchziehen, was bedeuten würde, dass in Europa im Extremfall erst wieder 2026 eine WM über die Bühne geht.

Richtungweisend in dieser Frage wird eine Sitzung des FIFA-Exekutivkomitees im kommenden November in Durban. In der südafrikanischen Stadt wird außerdem die WM 2014 an ein südamerikanisches Land vergeben sowie die Auslosung der WM-Qualifikation für das Turnier 2010 in Südafrika vorgenommen.

"Wenn das Exekutivkomitee entscheidet, dass die Rotation beibehalten wird, sollte Nordamerika 2018 an der Reihe sein. Dort gibt es drei Staaten, die eine WM ausrichten könnten: Die USA, Mexiko und Kanada", sagte Blatter nach einem Treffen mit dem britischen Finanzminister Gordon Brown in London, wo er mit dieser Ankündigung für lange Gesichter sorgte.

WM 2018 in China oder Australien?
Wesentlich für die Vergabe der WM 2018 wird auch sein, ob das höchste FIFA-Gremium Nord- und Mittel-Amerika bzw. Südamerika als einen oder zwei Erdteile sieht. "Wenn die Amerikas als ein Kontinent betrachtet werden, könnte die WM 2018 in Asien stattfinden", erklärte Blatter. China (in diesem Jahr Ausrichter der Frauen-WM) und Australien (seit über einem Jahr Mitglied des asiatischen Verbandes) hätten nach den Angaben des Schweizers bereits ihr Interesse bekundet.

Völlig chancenlos ist England laut Blatter aber auch noch nicht. "Es könnte ja sein, dass im Exekutivkomitee, in dem acht Europäer sitzen, eine Mehrheit von 13 Mitgliedern für die Rückkehr der WM nach Europa zu Stande kommt." Doch selbst in diesem Fall könnten sich die Engländer ihrer Sache noch lange nicht sicher sein. "Europa endet nicht an den Grenzen der EU. Man muss auch Russland berücksichtigen", betonte der Schweizer.

Die endgültige Entscheidung über den WM-Schauplatz 2018 fällt im Sommer 2012, kurz nach den Olympischen Sommerspielen in London.

Schon im November steht der Endrunden-Austragungsort 2014 fest, der wohl Brasilien heißen wird. Die Kandidatur des bisher einzigen offiziellen Konkurrenten Kolumbien ist für Blatter "eher eine PR-Maßnahme, um dem Land Publicity zu verschaffen".

(apa/red)

1.3.2007 11:12