Freitag, 2. März 2007

GAK gab den Liga-Lizenzantrag ab: Grazer feilen trotz Finanz-Chaos an Genehmigung

  • Grazer dürfen trotz Konkursantrag auf Lizenz hoffen
  • Hoffen auf Protestkomitee - Urteil fällt bis 15. Mai

Trotz aller finanziellen Turbulenzen hat der GAK laut Klub-Präsident Stephan Sticher seinen Lizenzantrag für die kommende Saison abgegeben - wohlwissend, dass ein Scheitern in erster Instanz wohl vorprogrammiert ist. "Wir gehen schon davon aus, dass uns vorläufig die Spielgenehmigung nicht erteilt wird", erklärte Sticher, dessen Klub einen Konkursantrag einbringt und mit einem Zwangsausgleich bis 18. April spekuliert.

Die Lizenz-Entscheidung durch den Senat 5 in erster Instanz fällt am 30. April, die Unterlagen müssen aber bis 15. März abgegeben werden. Daher konzentrieren sich die Hoffnungen des GAK auf das Protestkomitee, wo er bis 10. Mai Einspruch gegen die verwehrte Spielgenehmigung Rekurs einlegen könnte.

Das Gremium fällt bis 15. Mai ein Urteil. Sollte auch dieses negativ ausfallen, besteht noch die Möglichkeit, innerhalb von sieben Tagen nach Zustellung des Protestkomitee-Bescheides vor dem Ständigen Neutralen Schiedsgericht zu klagen, das bis 31. Mai eine endgültige Entscheidung trifft.

GAK darf auf Lizenz hoffen
Eine hochkarätig besetzte Runde hat im V.I.P-Club der Grazer UPC-Arena unter dem Titel "Ist der GAK noch zu retten?" über die triste Situation beim GAK diskutiert. Bei der von der Kleinen Zeitung organisierten und von Gerald Pototschnig moderierten Podiumsdiskussion kamen sowohl Sport-Staatssekretär Reinhold Lopatka, als auch Bundesliga-Vorstand Georg Pangl, GAK-Präsident Stephan Sticher, Ehrenpräsident Rudi Roth und Ex-Präsident Harald Fischl vor rund 100 Besuchern zu Wort.

Klar wurde, dass die Chance, die Lizenz für die Spielsaison 2007/08 zu erhalten, für den Ex-Meister trotz Konkurs durchwegs besteht. "Der GAK kann sich ein Fairplay erwarten. Wenn alles passt, sehe ich eine Chance, dass der GAK die Lizenz auch bekommen kann", machte Pangl deutlich. Der Bundesliga-Vorstand verteidigte auch das Lizenzierungsverfahren. "Es ist ein gutes Verfahren, bei einigen Vereinen fehlt es eben nur an der Eigenverantwortung."

Sticher kämpferisch
GAK-Präsident Sticher zeigte sich trotz knapper Fristen kämpferisch. "Wir sind mit einer Investorengruppe im Gespräch. Gemeinsam mit den anderen Vorstandsmitgliedern werde ich versuchen, das nötige Geld aufzubringen". Am Freitag-Vormittag werde der Konkursantrag mit Antrag auf Zwangsausgleich beim Gericht eingebracht.

Sowohl Sticher als auch Ehrenpräsident Roth verdeutlichten, dass die finanzielle Misere unmittelbar mit dem Ausstieg der Investorengruppe IMG in Verbindung stehe. Das Sportvermarktungs-Unternehmen, das im April 2005 für einen Zehn-Jahres-Vertrag Einnahmen von 50 Millionen Euro garantiert hatte, war im Juli 2006 wieder aus diesem Vertrag ausgestiegen.

Lopatka trat genauso wie Fischl für die Umwandlung von Vereinen mit Profibetrieb in Kapitalgesellschaften ein. Letzterer, der sich weiterhin als GAK-Fan bekannte, hatte noch einen anderen Vorschlag. "Da die Chancengleichheit nicht mehr gegeben ist, sollten die Budgets gedeckelt werden. Denn heute gehen wir nur noch auf den Platz, um zu schauen, wer absteigt, wer Meister wird, steht ohnehin schon von Anfang an fest."

(apa/red)

2.3.2007 09:32