Kühlflüssigkeit in Temelin ausgetreten: Zwischenfall 'Schande' aber 'bedeutungslos'
- Atombehörde: "Die Welt ist verrückt geworden"
Die Chefin der tschechischen Atombehörde (SUJB), Dana Drabova, hat den jüngsten Zwischenfall in dem südböhmischen Atomkraftwerk Temelin als eine "Schande" bezeichnet. "Es ist eine Schande, aber keine Bedrohung", erklärte sie in einem Zeitungsbericht. Der Zwischenfall sei bedeutungslos, allerdings sei dieser zu einem ungünstigen Moment gekommen, sagte sie in Anspielung auf den Besuch von Bundeskanzler Alfred Gusenbauer in Prag.
Drabova zeigte sich gleichzeitig verwundert, dass sich damit sogar Gusenbauer und sein tschechischer Amtskollege Mirek Topolanek befassen mussten. "Die Welt ist verrückt geworden, weil die Regierungschefs sich mit einem tropfenden Wasserhahn befassen", betonte sie.
Die zugespitzte Situation sei dadurch verursacht worden, dass Tschechien sich in dem Melker Abkommen verpflichtet habe, auch über Ereignisse wie jenes zu informieren, das in Temelin in der Nacht auf Dienstag geschehen sei, sagte Drabova weiter. Zu derartigen Ereignissen komme es auch in anderen Kraftwerken, allerdings werde darüber nicht Bericht erstattet.
Die tschechische Tageszeitung "Lidove noviny" schrieb zu den jüngsten tschechisch-österreichischen Spannungen wegen Temelin, Tschechien habe in diesem Fall die 72-stündige Frist zur Information, die in dem Melker Abkommen beinhaltet sei, eingehalten. Tatsache sei auch, dass sich mit derartigen Ereignissen bei anderen Kraftwerken niemand befasse. "Allerdings sind die Österreicher bei Temelin äußerst sensibel. Wenn wir mit den Österreichern auskommen wollen, müssen wir dies als eine unveränderliche Tatsache hinnehmen", schrieb das Blatt.
(apa/red)
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