UNO-Drogenreport '06: Palette an illegalen Drogen Besorgnis erregend groß geworden
- Gefälschte Medikamente aus Web sehr gefährlich
- Cannabis & Ecstasy bei uns am häufigsten konsumiert
·Drogen: Erstkontakte bei Clubbings & Urlaub
Suchtgiftpolitik muss Mischkonsum einbeziehen
·Drogen: Suchtgift wird immer billiger
Überproduktion von Opium und Heroin
Die Palette der auf dem Schwarzmarkt erhältlichen illegalen Drogen oder kontrollierter Substanzen ist in Besorgnis erregendem Ausmaß breiter geworden. Darüber hinaus gehen Suchtgiftschmuggler immer neue Wege wie zum Beispiel die transnationale Verteilung gefälschter Medikamente und die Verwendung von Internet, Post und privater Zustelldienste. Das geht aus dem UNO-Drogenbericht 2006 hervor.
Auf diese Weise werden Patienten, die Medikamente auf dem Schwarzmarkt besorgen, einem hohen Gesundheitsrisiko ausgesetzt, da diese gefälschten Arzneimittel unsicher, wirkungslos oder von geringer Qualität seien, warnt der Bericht, in dem dringend Maßnahmen zur Bekämpfung dieses Phänomens gefordert werden. Nationale und internationale Stellen müssen enger zusammenarbeiten, um diesem Problem begegnen zu können.
Fatale Folgen gefälschter Medikamente
Nachfrage nach solchen Medikamenten besteht, so der Drogenreport, in Ländern mit beschränktem Zugang zu Gesundheitsdiensten und Arzneimittelknappheit. Der Preis ist in der Regel niedriger als jener in Apotheken, der Bericht hebt signifikante Profite für die Produzenten gefälschter Medikamente hervor. "Laut WHO sind schätzungsweise 25 bis 30 Prozent der in den Entwicklungsländern konsumierten Medikamente gefälscht", hält der Report fest. Die Folgen können fatal sein: Im Niger sind durch gefälschten Impfstoff im Jahr 1995 rund 2.500 Menschen gestorben.
Einer der Vertriebswege für gefälschte Medikamente sind Internet-Apotheken. Eine jüngst durchgeführte Überprüfung von 185 solcher Einrichtungen in einem - im Drogenreport nicht genannten Land - ergab, dass 84 Prozent Benzodiazepine, 68 Prozent Opioide, acht Prozent Stimulantien und ein Prozent Barbiturate verkaufen. "89 Prozent der Internet-Apotheken verlangten kein Rezept", heißt es im Drogenreport.
Nachfrage nach harten Drogen steigt
In dem Bericht äußern die Fachleute auch ihre Besorgnis über den zunehmenden Kokain- sowie Heroin-Schmuggel über Afrika, was einerseits durch die steigende Nachfrage in Europa bedingt ist und andererseits an den nicht oder kaum vorhandenen Maßnahmen zur Bekämpfung von Drogenringen liegt. Das meiste Kokain stammt nach wie vor aus Südamerika. Die Koka-Anbauflächen in Kolumbien, Peru und Bolivien haben zuletzt zwar leicht zugenommen, sich im Vergleich zum Jahr 2000 um mehr als ein Viertel verringert und machten knapp 160.000 Hektar aus.
Das meiste Heroin, das in Europa konsumiert wird, stammt aus Afghanistan. Das Land, seit Jahren Sorgenkind Nummer eins in Sachen Drogen, hat zuletzt die neue Rekordernte von 6.100 Tonnen Opium produziert, um 59 Prozent mehr als im Jahr davor. Das Opium wird über die angrenzenden Länder - hauptsächlich den Iran - Richtung Europa geschmuggelt. Und der Iran, so heißt es in dem Report, hat weltweit die höchste Rate an Opiummissbrauch.
3,3 Millionen Heroin-Konsumenten in Europa
In Europa selbst ist Cannabis die am häufigsten konsumierte Droge, gefolgt von Ecstasy. Der Kontinent wurde mittlerweise nach Nordamerika der zweitgrößte Absatzmarkt für Kokain. Der Heroinmissbrauch blieb statistisch gesehen annähernd stabil. Während der in West- und Mitteleuropa zurückging, hat er in Osteuropa zugenommen. In Europa gibt es schätzungsweise 3,3 Millionen Heroin-Konsumenten.
(apa/red)
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