El Commandante auf Wege der Besserung: Fidel Castro live im venezolanischen Radio
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Der gesundheitlich angeschlagene kubanische Revolutionsführer Fidel Castro hat sich nach einmonatigem Schweigen wieder öffentlich zu Wort gemeldet. "Hallo, berühmter und lieber Freund, wie geht es dir?", begrüßte Castro seinen politischen Verbündeten, den venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez, in dessen täglicher Radioshow. "Ich mache Fortschritte, ich habe wieder mehr Energie", sagte er. Zugleich bat er um Ruhe und Geduld. Er könne sich nicht jeden Tag öffentlich äußern, betonte der 80-Jährige. Castro war im Juli am Darm operiert worden; damals gab er die Macht "übergangsweise" an seinen Bruder Raúl ab.
"Mein Gott, es ist Fidel!", sagte Chavez zu Beginn des Gesprächs, von dem Anruf offenbar überrascht. Der kubanische Staatschef sagte in Chavez' Radioshow "Hallo Präsident", er gewinne wieder an Boden. Er habe "mehr Kraft und mehr Zeit zum Lernen", denn er sei nun wieder "ein Schüler" geworden. "Alle sind dir dankbar, dass du sie über mich auf dem Laufenden hältst", sagte Castro in dem halbstündigen Gespräch mit leiser, aber fester Stimme - zumal er selbst nicht jeden Tag reden könne. "Ich bitte auch um Ruhe für mich."
Chávez und Castro sprachen in der Sendung fast eine halbe Stunde miteinander. Der venezolanische Präsident wünschte Castro gute Besserung: "Wir hören dich, und wir sind so froh, dich zu hören - werde weiter gesund." Zuletzt hatte sich der kranke Castro im Jänner im kubanischen Fernsehen gezeigt. Auf den Bildern war er zusammen mit Chávez zu sehen, und er sah deutlich besser aus als auf den vorigen Aufnahmen, die von Ende Oktober stammten.
Castros Sohn, Fidel Castro Diaz-Balart, hatte vor zwei Wochen gesagt, sein Vater werde wieder "vollständig gesund". Der Staatschef war im Juli operiert worden. Damals gab er die Macht an seinen Bruder Raúl ab - übergangsweise, wie in Havanna immer wieder betont wurde. In der Öffentlichkeit war Castro seit der Operation nicht mehr zu sehen. Selbst zu den im Dezember nachgeholten Feierlichkeiten aus Anlass seines 80. Geburtstags am 12. August 2006 war er nicht erschienen, sondern hatte lediglich eine Grußbotschaft verlesen lassen.
Die Unterhaltung wurde in Kuba nicht direkt übertragen, das staatliche Fernsehen in Havanna unterbrach aber wenig später sein reguläres Programm und sendete das Telefonat. Darin wurden auch aktuelle Themen wie der Kurssturz an den Börsen in China erwähnt.
Castro trat zuletzt am 26. Juli vergangenen Jahres in der Öffentlichkeit auf, fünf Tage vor seiner Darmoperation. Danach übertrug er seine Amtsgeschäfte bis auf weiteres auf seinen fünf Jahre jüngeren Bruder Raúl. Über die genaue Art der Erkrankung Castros hüllt sich die kubanische Führung in Schweigen. Ende Jänner hatte Kubas Staatsfernsehen Castro zum ersten Mal seit drei Monaten wieder in bewegten Bildern gezeigt. Anlass war damals ein Treffen mit Chavez in Havanna. Der Maximo Lider trat auch damals in einem blau-roten Trainingsanzug in den Farben Kubas auf.
(apa)
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