Samstag, 3. März 2007

Gusenbauer-Idee abgelehnt: Befreiung von Uni-Gebühren durch Nachhilfe kommt nicht

  • Hahn und Schmied wollen Tutoren- & Mentoren-Modell
  • "Uferlose" Zahl von Vorschlägen damit eingeschränkt

Bei der Studiengebühren-Befreiung dürfte sich eine Einigung in der Regierung über das künftige Modell anbahnen. Sowohl Wissenschaftsminister Hahn als auch Unterrichtsministerin Schmied sprachen sich dafür aus, die Beiträge nur dann zu erlassen, wenn die Studenten in Schulen eine Art Uni-Beratung vollziehen bzw. wenn sie als Mentoren für sozial benachteiligte Schüler agieren.

Nichts wird es folgerichtig mit einer Studiengebührenbefreiung für Nachhilfe, wie sie anfangs im Gespräch war und von Bundeskanzler Gusenbauer aktiv propagiert worden war. Hahn begründete die nun geplante Einschränkung damit, dass eine "uferlose" Zahl an mehr oder weniger sinnvollen Vorschlägen gekommen sei und man sich letztlich darauf verständigt habe, fokussiert etwas für den Bildungsbereich zu tun.

Dass die Nachhilfe dabei nicht als Gebührenbefreiung dienen soll, hält der Minister für berechtigt. Er habe nicht das Gefühl, dass es hier ein zu geringes Angebot gebe. Auch Bildungsministerin Schmied ist in dieser Frage auf Hahn-Linie. Sie tendiere zu einem "Tutoren- und Mentoring"-System, erklärte die Unterrichtsministerin und regte an, die Gebühren auch dann zu erlassen, wenn sich ein Student etwa für ein Jahr als Mentor für einen sozial benachteiligten Schüler engagiert.

Weniger einig zeigten sich die Bildungsexperten der Koalition, was den jüngsten Vorschlag des oberösterreichischen Landeshauptmanns Pühringer angeht, pro Klasse nur noch ein Drittel an Kindern mit Deutschproblemen zuzulassen. Schmied lehnte das explizit ab und verwies darauf, dass damit alleine in Linz 2.500 Schüler herumfahren müssten, um zu ihrem Schulplatz zu kommen. Sie will mehr auf die sprachliche Frühförderung setzen, um die Problematik in Griff zu bekommen. (apa/red)

3.3.2007 10:55