Freitag, 2. März 2007

Streitpunkt Uni-Zugang: EU-Kommission
will Österreich jetzt noch mehr Zeit geben

  • Fristverlängerung bis 29. Mai für Antwort auf Mahnung
  • Wissenschaftsminister Hahn: "Positives Signal"

Österreich hat von der EU mehr Zeit bekommen, um auf das Mahnschreiben der Kommission zum Thema Uni-Zugang zu antworten. Statt Ende März muss Österreich seine Argumente für eine Beibehaltung der Quotenregelung an den Medizin-Unis nun erst am 29. Mai vorlegen. Damit habe man die "maximale Fristverlängerung" zugestanden bekommen, hieß es in einer Aussendung des Wissenschaftsministeriums.

Wissenschaftsminister Johannes Hahn (V) wertet dies als "positives Signal, unsere Bedenken ernst zu nehmen und als echte Bemühung der Kommission, in einen Dialog mit Österreich zu treten". Österreich werde "den nun verlängerten Zeitrahmen intensiv nützen, die Datenlage zu konsolidieren und mit Brüssel eine Lösung zu finden, die unserer besonderen Situation Rechnung trägt".

Die Quotenregelung sieht vor, dass an den drei Medizinunis in Wien, Graz und Innsbruck jeweils 75 Prozent der Plätze für Personen mit österreichischem Reifeprüfungszeugnis reserviert sind, für EU-Bürger 20 Prozent und für Nicht-EU-Bürger fünf Prozent. Die EU-Kommission sieht dies als Diskriminierung von EU-Bürgern an. An den Medizin-Unis haben sich für das kommende Studienjahr 8.270 Personen für ein Studium vorregistrieren lassen. Rund 58 Prozent der Bewerber (4.819) stammen aus Österreich, rund 37 Prozent (3.020) aus Deutschland, rund zwei Prozent (199) aus anderen EU-Staaten und rund drei Prozent (232) aus Nicht-EU-Staaten. Vergeben werden 1.440 Plätze. (apa/red)

2.3.2007 14:20