Hai in der Vöckla entdeckt: Spaziergänger finden verendetes Tier in Oberösterreich!
- Schüler zogen Haifisch mit einer Zange an Land
- Herkunft unklar: Kommt Hai aus Kühltransporter?

Haifisch-Fund in Vöcklabruck: Ein Spaziergänger und sein Sohn haben in einem Fluss einen toten hai entdeckt! Bei dem rund einen Meter langen Tier dürfte es sich um einen Riffhai handeln, den jemand in der Vöckla entsorgt hat, weil er zu groß fürs Aquarium geworden ist, so die Vermutung der Stadtpolizei. Ein Biologe wiederrum vermutet, dass der Hai nicht aus einem Aquarium, sondern aus einem Kühltransporter stammt.
"Es hat so gestunken, dass wir nachgeschaut haben, ob da ein toter Fisch liegt", erzählte der Spaziergänger den "Oberösterreichischen Nachrichten". Tatsächlich fanden Vater und Sohn einen Kadaver, der sah aber mit Dreiecksflosse und Haigebiss anders aus, als sie erwartet hatten. Die beiden sind stolz auf ihre Entdeckung: "Man findet schließlich nicht jeden Tag einen Hai in der Vöckla."
Auch einige Schüler sahen den Hai. "Ich hab' mir Zähne als Souvenir mitgenommen", erzählte einer der Buben. Sie seien barfuß ins Wasser gestiegen und hätten den toten Fisch mit einer Zange an Land gezogen, so die Kinder. Mit ihren Handy-Bildern überzeugten sie sogar die zunächst skeptische Biologie-Lehrerin, dass sie tatsächlich einen Hai im Fluss gefunden hätten.
Stadtpolizist und Taucher Bernhard Weißenbacher begutachtete den Fund. "Das ist ganz sicher eine Riffhaiart. Er hat fünf Kiemen, die typischen Überlappungen beim Auge und auch das typische Haigebiss", so sein Urteil nach einem Lokalaugenschein. Er vermutet, dass das Tier illegal gehalten und dann zu groß für das Aquarium geworden sei. Chancen den Besitzer zu finden, schätzte er im Gespräch mit der APA als eher gering ein.
Stammt Hai aus Kühltransporter?
Bei dem Hai handelt es sich um einen jungen Kurzflossen-Mako-Hai (Isurus oxyrinchus). Zu diesem Schluss kommt der Meeresbiologe Daniel Abed vom Haus des Meeres in Wien. Der Experte geht davon aus, dass das Tier nicht - wie ursprünglich vermutet - aus einem Aquarium stammt, sondern am ehesten aus einem Kühltransporter.
Der Kadaver stamme aus der Familie der Heringshaie, so Abed gegenüber der APA. Keinesfalls sei es, wie zunächst angenommen wurde, ein Riffhai. Auch die ursprüngliche Theorie, das Tier könnte seinem Aquarium entwachsen sein, hält er für unwahrscheinlich. "Heringshaie sind obligate Bewohner des offenen Meeres, die ständig schwimmen. Süßwasser und Aquarien mit weniger als einer Millionen Liter halten diese Tiere nicht lange aus", erklärte er.
Der Mako-Hai ist ein Kosmopolit, er kommt im Mittelmeer ebenso vor wie im Atlantik, im Pazifik oder im Indischen Ozean. Erwachsene Weibchen werden meist zwei Meter groß, Männchen messen an die 2,70 Meter. Der Raubfisch wird auch als Speisefisch verwendet, in Deutschland kommt er beispielsweise unter dem Namen "Makrelenhai" auf den Markt.
(apa/red)
Deutsche Sklavin befreit14:01
Frau schildert ihr Leid19-Jährige nach acht Jahren gerettet - Mutter soll von Martyrium gewusst haben
Nachbeben in Italien20:01
Mehrere TodesopferErneut große Schäden und Tote nach schweren Erdstößen in Norditalien
