Lebenserwartung in Österreich neuerlich gestiegen: Frauen im Durchschnitt schon 83!
- Männer können laut Statistik Austria über 77 werden
- Verkehrsanpassung durch geringere Tempolimits!
·Österreicher machen sich zu viele Sorgen
Im EU-Vergleich weniger Bewohner glücklich
·Wachsende Gefahren für Lebensqualität
EU-Studie: Stress, Fett- leibigkeit, Drogensucht
Immer mehr ältere Menschen, dennoch weniger Sterbefälle resultieren laut Statistik Austria in einem deutlichen Anstieg der Lebenserwartung. 73.587 Österreicher sind im Vorjahr gestorben, was einen Rückgang von 1,4 Prozent gegenüber 2005 bedeutet. Demzufolge können Männer älter als 77 und Frauen fast 83 Jahre alt werden.
Auch der Saldo aus Geburten und Sterbefällen (Geburtenbilanz) fiel 2006 mit plus 3.338 positiv aus. Die Säuglingssterblichkeit lag mit 3,6 Promille erstmals in der Geschichte Österreichs unter der vier Promille-Marke.
Die meisten Sterbefälle des Vorjahres ereigneten sich im März (6.555) die wenigsten im September (5.524). Mehr Tote als im Jahr davor wurden in den Bundesländern Vorarlberg (plus 3,5 Prozent), Burgenland (plus 1,5) und Steiermark (plus 0,3) registriert. In allen anderen Bundesländern meldeten die Standesämter weniger, wobei die deutlichsten Rückgänge in Tirol (3,3 Prozent) und Salzburg (3,1), gefolgt von Niederösterreich (2,6), Kärnten (2,2) und Wien (1,9) zu verzeichnen waren. In Oberösterreich wurde mit 0,7 Prozent ein unterdurchschnittlicher Rückgang der Sterbefälle ermittelt.
Verkehr muss sich anpassen
Die Menschen werden künftig immer älter und fahren auch länger mit dem eigenen Auto: Um diesem Trend zu begegnen, müssen Verkehrsvorschriften angepasst und die Öffis gestärkt werden, wie aus einer Studie des Verkehrsclub Österreich (VCÖ) hervorgeht. VCÖ-Experte Martin Blum plädiert für geringere Tempolimits und Maßnahmen gegen die "Mobilitätsfalle" Zersiedelung.
Höchstgeschwindigkeiten müssen herabgesetzt werden
Im Jahr 2030 wird die Zahl der über 60-Jährigen von derzeit 1,7 Millionen auf 2,7 Millionen steigen, die unter 20-Jährigen gehen von 1,8 Millionen auf 1,7 Millionen zurück. Da künftig werden mehr ältere Führerscheinbesitzer unterwegs sein werden, müsse das Verkehrssystem "fehlertoleranter" werden, fordert Blum. Dazu sei es etwa notwendig, die erlaubten Höchstgeschwindigkeiten herabzusetzen. Außerdem sei ein Führerschein auf Zeit mit verpflichtenden Gesundheitschecks nötig.
Da ältere Leute auch heute schon häufiger zu Fuß unterwegs sind, müsse künftig auch vermehrt Rücksicht auf diese Gruppe genommen werden, so der VCÖ. Dazu gehören neben angepassten Verkehrsregeln auch abgeschrägte Gehsteigkanten als Standardvorgabe.
Bauwidmungen an einen Öffi-Anschluss koppeln?
Der vorherrschende Trend zur Zersiedelung, sprich des Häuslbaus auf dezentralen Grünflächen könnte sich in Zukunft als Mobilitätsfalle entpuppen, warnte Blum: Ältere Leute, die ohne Anschluss an öffentliche Verkehrsmittel wohnen, drohe künftig die Isolierung. Dem könne man beispielsweise wie im Schweizer Modell entgegenwirken, wo etwa die Bauwidmungen an einen Öffi-Anschluss gekoppelt sind.
Generell müsse mehr in den Öffentlichen Verkehr investiert werden: Nebenbahnen müssten erhalten und in abgelegenen Gegenden Angebote wie Rufbusse eingeführt werden. Allzu viel Zeit solle sich die Politik mit dem Problem nicht lassen, warnte Blum: "Jetzt ist der richtige Zeitpunkt dafür, gerade in der Raumplanung sind langfristige Maßnahmen nötig."
(apa/red)
Deutsche Sklavin befreit14:01
Frau schildert ihr Leid19-Jährige nach acht Jahren gerettet - Mutter soll von Martyrium gewusst haben
Nachbeben in Italien20:01
Mehrere TodesopferErneut große Schäden und Tote nach schweren Erdstößen in Norditalien
