Weniger Deutsch urlauben in Österreich:
0,9 Prozent unserer Nachbarn bleiben aus
- Abschied von Pauschal-Reisen und Sorglos-Paketen
- Urlaub wird immer mehr zum Luxusgut für Reiche

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Österreich gilt im Osten als Statusurlaubsland
·Super Buchungslage für Semesterferien
Wintertourismusregionen freuen sich auf Urlauber
·e-Tourismus soll gefördert werden
Österreich hat einen großen Nachholbedarf
·Frankreich ist das beliebteste Reiseziel
Allein 2008 kamen rund 78 Millionen Besucher
Immer weniger Deutsche verbringen ihren Urlaub bei uns. Im vergangenen Jahr verbrachten nur rund 5,2 Prozent der Deutschen ihren Urlaub in der Alpenrepublik, dies ist ein Rückgang von 0,9 Prozent gegenüber 2005. Das ergab eine Studie des Hamburger Freizeit-Forschungsinstituts - befragt wurden 4.000 Personen ab 14 Jahren. "Österreich kann sich nicht mehr auf den traditionellen Urlauberbonus des guten Nachbarn und der gleichen Sprache, der Gastfreundschaft und der Gemütlichkeit verlassen", so der wissenschaftliche Leiter des Instituts Horst Opaschowski.
Die Deutschen sind jedoch der Studie zufolge in diesem Jahr in bester Reiselaune, organisieren aber ihren Urlaub zunehmend in Eigenregie ohne die Veranstalter. Mehr als 70 Prozent planen nach Einschätzung des Hamburger Freizeit-Forschungsinstitut 2007 eine Urlaubsreise von mindestens fünf Tagen. "Die Deutschen wollen wieder mehr verreisen und die Krisenstimmung der letzten Jahre hinter sich lassen", sagte Horst Opaschowski am Mittwoch in Hamburg.
Weg vom Sorglos-Paket
Allerdings profitierten die großen Reiseveranstalter davon nicht unbedingt. "Ich glaube, wir müssen langsam Abschied nehmen vom Pauschaltourismus mit Service rund um die Uhr und Sorglos-Paketen", sagte der Freizeitforscher. "Die Deutschen machen immer mehr Do-it-yourself-Urlaub, basteln sich ihre Urlaubselemente selbst zusammen." Dieser Trend wird seit Jahren forciert von Billigfliegern, die fast nur noch per Internet buchbar sind. "Und dann lassen auch Tchibo, Aldi und Co. mit ihren Reiseangeboten grüßen. Das alles setzt den traditionellen Reiseveranstaltern und Reisebüros natürlich enorm zu", sagte Opaschowski, der die jährliche Studie zum 23. Mal erstellt hat.
Urlaub ist Luxus
In der Hamburger Studie hatten vor einem Jahr 68 Prozent der Befragten feste Urlaubspläne, 65 Prozent hätten auch tatsächlich eine Reise unternommen - trotz Vogelgrippe, Anschlägen und Wirbelstürmen. Allerdings waren einige Regionen, etwa die Türkei, deutlich weniger gefragt. "Die Tourismusbranche meldet sich als Wachstumsbranche zurück", sagte Opaschowski. "Die positive Grundstimmung der Verbraucher ist in der Reisebranche zuerst angekommen." Allerdings sei Reisen nach wie vor eine Frage des Geldbeutels. Die soziale Kluft bleibe. Wer unter 1.000 Euro netto verdiene, können sich kaum einen Urlaub leisten.
Ferien in der Heimat
60 Prozent der Reisewilligen wollen 2007 ins Ausland, ein Viertel bleibe in Deutschland, der Rest sei noch unentschieden. Spanien werde bei den Deutschen die Spitzenposition behaupten, die Renaissance von Italien-Reisen setze sich fort, ergab die Tourismusstudie. Offen sei, ob die Türkei aus dem Tief des Vorjahres herauskomme. (apa/red)
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