Von wegen Fair-Use bei 4:0-Tarif von One:
Provider droht Usern mit Vertragskündigung
- Konsumentenschutz: Rechtswidrige Fair-Use-Klausel?
- Mehr als 50 Min pro Tag laut One-Sprecherin "unfair"

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One hat einer Reihe von Kunden des 4:0-Tarifs mit Vertragskündigung gedroht, sollten diese ihr Telefonieaufkommen nicht einschränken. Der laut One "erfolgreichste Tarif des vergangenen Jahres" sieht vor, dass Kunden neben dem One-, Yesss- und Festnetz auch zu einem frei wählbaren Mobilnetz unlimitiert kostenlos telefonieren dürfen. Damit dürfte nun aber Schluss sein.
Kunden, die durchschnittlich mehr als 50 Minuten pro Tag in das fremde Mobilnetz der Wahl gratis telefonieren, bekommen eine schriftliche Benachrichtigung ins Haus, dies fortan zu unterlassen. Dabei beruft sich das Unternehmen auf eine unscharf definierte Fair-Use-Klausel, die sich in allen im Vorjahr abgeschlossenen 4:0-Verträgen wiederfindet und den "unfairen Gebrauch" des Angebotes untersagt.
Rechtwidriges Fair-Use-Abkommen?
Für Verärgerung bei den betroffenen Kunden sorgt nicht nur, dass die im Vertrag befindliche Fair-Use-Klausel keinerlei Hinweise auf ein Minutenlimit beinhaltet und One sich bisher auch beharrlich weigerte, die besagte Klausel zu präzisieren. Vielmehr sieht die Rechtsauslegung durch One auch vor, dass gekündigte Kunden bis zum Ablauf der vereinbarten Mindestvertragsdauer weiterhin die Grundgebühr bezahlen müssen, ohne den Anschluss nutzen zu dürfen.
Konsumentenschutz empört
"Das kann es ja nun wirklich nicht sein, dass für die restliche rechtliche Laufzeit ein Grundentgelt zu zahlen ist", zeigt sich die Rechtsexpertin Ursula Reichholf vom Verein für Konsumenteninformation (VKI) empört. Sie kritisiert die Fair-Use-Klausel als "intransparent und vermutlich rechtswidrig" und rät betroffenen Anwendern daher, sich mit dem VKI oder der Schlichtungsstelle der Regulierungsbehörde RTR in Verbindung zu setzen.
1.500 bis 2.000 Minuten pro Monat unfair?
One hat indes erstmals offiziell bekanntgegeben, was unter der Fair-Use-Klausel zu verstehen sei. "Monatlich 1.500 bis 2.000 Minuten in ein Netz zu telefonieren, ist unserer Meinung nach unfair, da eine derartige Dauernutzung die Dienstqualität für andere User gefährdet", so One-Pressesprecherin Petra Jakob. Als Richtlinie gibt One nun ein monatliches Limit von 1.100 Freiminuten in das fremde Mobil-Wahlnetz an - eine Fair-Use-Beschränkung, die bereits in den neuen 4:0-Verträgen zu finden ist. Bleibe man unter oder bis zu 30 Prozent über diesem Wert, habe man nichts zu befürchten, so Jakob weiter. Die 1.100 Minuten bezeichnete sie als marktüblichen Standard, an dem man sich nun orientiere.
Grauzone bei "Wiederholungstätern"
Unklar ist allerdings, was mit den Kunden geschieht, die auf die Warnung von One nicht reagieren oder weiterhin durchschnittlich mehr als 50 Minuten pro Tag kostenlos in das gewählte Mobilnetz telefonieren. Der One-Sprecherin zufolge biete man diesen Kunden einen Umstieg auf den seit Jahresbeginn gültigen 4:0-Vertrag an, in dem die 1.100 Freiminuten in der Fair-Use-Klausel dezidiert festgeschrieben und darüber hinausgehende Minuten kostenpflichtig sind. Aber auch eine vorübergehende Telefoniesperre sowie eine außerordentliche Kündigung seien eine mögliche Vorgangsweise, so Jakob. (pte/red)
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