Angriff auf Darwins Lehre: Die biblische Geschichte soll zurück an russische Schulen!
- Darwin als Relikt des Sowjet-Regimes verunglimpft
- Kreationisten wollen die Schulpolitik aufmischen

Patriarch Alexi II., Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche, glaubt nicht an die Abstammung des Menschen vom Affen. Er tritt nun für das Lehren der biblischen Schöpfungsgeschichte an den russischen Schulen ein. Dadurch will er den christlich-fundamentalistischen Kreationisten in Russland neuen Auftrieb verschaffen - und sich gleichzeitig zu ihnen bekennen.
Die Kreationisten sehen die biblische Erzählung von der Erschaffung des Menschen durch Gottes Hand als belegbar an. Von den USA aus starten sie nun ihre Angriffe gegen die moderne Naturwissenschaft und einen ihrer bedeutendsten Vertreter, Charles Darwin (1809-1882). 70 Jahre lang war Russland der atheistischen Sowjetpropaganda ausgesetzt. Darwins Evolutionslehre wurde dabei Teil der materialistischen Weltanschauung. Und so nennen die Kreationisten den Darwinismus ein Relikt der Sowjetideologie.
"Intelligente Schöpfung" als Schulfach
Die Kreationisten bezeichnen ihre Lehre als "Intelligent Design", was ihr einen wissenschaftlichen Anstrich verleihen soll. Die Evolutionslehre sei fehlerhaft, weswegen die biblische Sicht auf die Schöpfung daneben gestellt werden muss, meinen die Anhänger des Patriarchen Alexi. Der liberale Theologe Bodrow hingegen klagt: "Für gebildete Leute wird es nun noch schwieriger, in die Kirche zu gehen!" (APA/red)
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