Mittwoch, 7. Februar 2007

Weiter Diskussionen um heimischen Tunnel- bau! Voves: "Kein Tunnel ohne den anderen"

  • Koralm: Landeshauptmann auf Lokalaugenschein
  • SPÖ-Politiker spricht von einem "Jahrhunderprojekt"

Weiter Diskussion um Tunnelbau in Österreich: Der steirische Landeshauptmann Franz Voves erklärte bei einem Lokalaugenschein im Sondierstollen des Koralmbahntunnels, dass es sich bei der Bahn um ein Jahrhundertprojekt handle. "Es gibt keinen Tunnel ohne den anderen", so Voves in Anspielung auf den Semmeringbasistunnel (SBT), der auch realisiert werden müsse. Die beiden Tunnels würden Räume verbinden, in deren Einzugsbereich eben so viele Einwohner wie entlang der Westbahn von Wien nach Salzburg leben würden.

Der steirische Landeshauptmann besuchte erst die so genannte Info-Box in Leibenfeld beim weststeirischen Deutschlandsberg. Diese Multimedia-Information ist in einem schmucken gelben Weststeirer-Haus untergebracht und informiert laut dem Gesamtkoordinator für die Bahn von Graz nach Klagenfurt, Klaus Schneider, über Bauabschnitte, Geologie und die internationale Bedeutung des Projekts.

Voves erklärte, bei der Koralmbahn handle es sich um eine internationale Achse: "Ich kann nicht verstehen, warum bestimmte Cliquen in bestimmten Medien so tun, als ob es sich nur um ein Loch im Berg handelt, mit dem die Grazer halt schneller an den Wörthersee zum Schwimmen kommen wollen." Der SBT und der Koralmtunnel bildeten den Kern einer Strecke, die 700 Kilometer kürzer ist als der EU-Korridor V über Slowenien und Ungarn: " Es ist die Frage, docken wir bei slowenischen und ungarischen Bahnprojekten an oder ist es umgekehrt. Für mich gilt, was Altkanzler Wolfgang Schüssel am Verhandlungstisch gesagt hat - dass dies nämlich ein Jahrhundertprojekt sei, das man ruhig künftigen Generationen anlasten dürfte, denn es ist eine Investition in die Zukunft und ein Gewinn für die Menschen."

Wenn es jetzt gelänge, in den nächsten zehn Jahren schneller als die anderen Länder zu sein und auch die Pyhrnbahn zu realisieren, dann sei die Steiermark in alle Richtungen durch leistungsfähige Hauptverkehrsrouten erschlossen, so Voves. "Es ist nur von logischer Konsequenz, dass wir nun mit höchster Penetranz den SBT bauen müssen. Dafür müssen wir auch die niederösterreichischen Institutionen gewinnen. Ich harre des freitags, an dem ich mich mit Bundeskanzler Alfred Gusenbauer und Verkehrsminister Werner Faymann in Graz treffe", so der Landeshauptmann.

Koordinator Schneider erklärte, dass es nicht nur um die Bahn Graz-Klagenfurt gehe, die Koralmbahn sei Teil der internationalen Achse Danzig-Bolognia. In der Info-Box und auf der Baustelle habe man im Jahr 2006 eine riesen Anzahl geführter Gruppen aus allen Kontinenten und unzählige Einzelbesuche gehabt, sagte Schneider. "Ferner haben wir für die Info-Box auch einen internationalen Medienpreis für gute Projektkommunikation bekommen." Worauf Voves replizierte: "Wenn wir jetzt auch noch die politische Kommunikation zusammenbringen..." (apa/red)

7.2.2007 16:51