24-Stunden Pflegemodell: Für Buchinger Bartenstein-Vorschlag "kontraproduktiv"
- Sozialminister: "Vorpreschen nicht förderlich"
- Leistbarkeit? Modell "unzureichend" durchdacht
Sozialminister Buchinger zeigte sich nicht sehr erfreut über den Vorstoß von Wirtschaftsminister Bartenstein zum Pflegegeld-Modell. Bartenstein hatte von einer Begrenzung der monatlichen Bruttokosten bis zu 3.000 Euro für das neue Pflegegeldmodell gesprochen. Buchinger meinte dazu, es sei "kontraproduktiv", mit so einem Vorschlag "vorzupreschen". Kritik kam auch von Grünen und BZÖ.
Ein 24-Stunden Pflegemodell müsse drei Kriterien erfüllen, erklärte Buchinger: es müsse legalisiert, qualitätsgesichert und leistbar sein. Was die Leistbarkeit betrifft, sei Bartensteins Vorschlag "unzureichend" durchdacht. Ohne gleichzeitig ein Fördermodell zu entwickeln, habe eine solche Idee keinen Sinn, betonte Buchinger. Ein Modell zu präsentieren ohne vorherige Absprache mit ihm und den Sozialpartnern, wäre für spätere Verhandlungen sicher "nicht förderlich".
Auch Grüne und BZÖ können dem von Bartenstein angedachten Modell zur 24-Stunden-Pflege wenig abgewinnen. Während es für die Grünen "weder die Bedürfnisse der Pflegebedürftigen noch jene der in der Pflege beschäftigten Menschen" berücksichtigt, sprach das BZÖ von einem "undurchdachten und einseitigen" Vorstoß.
Für die Grüne Seniorensprecherin Mandak ist eine durchgehende Pflege von Menschen mit hohem Pflegebedarf über zwei Wochen hinweg ohne Qualitätsverlust "undenkbar". Die von Bartenstein in den Raum gestellten monatlichen Kosten von 2.500 bis 3.000 Euro seien "zu teuer für die Familien" und "zu wenig für zwei Betreuende". Es könne nicht sein, dass die "Rund-um-die-Uhr-Pflege" ein "Privileg von Wohlhabenden" sei, so Mandak.
Auch BZÖ-Sozialsprecherin Haubner sieht Finanzierungsprobleme. Als Folge fürchtet sie einen "neuerlichen Ansturm von illegalen Pflegekräften" oder "massive Belastungen" der Bevölkerung etwa durch die Einführung einer Pflegeversicherung.
(apa/red)
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