Dienstag, 6. Februar 2007

"Auslernen" zahlt sich aus: Jugendliche mit Lehrabschluss bekommen 10% mehr Lohn

  • Junge mit Pflichtschulabschluss weiter in Hintertreffen

Jugendliche mit abgeschlossener Lehre sind länger beschäftigt und erzielen ein deutlich höheres Einkommen als Gleichaltrige mit Pflichtschulausbildung. Laut einer Umfrage im Auftrag des AMS sind Absolventen einer Lehrausbildung um 23 Tage pro Jahr länger in Arbeit und verdienen um 1.400 Euro mehr - beides ein Plus von 10 Prozent gegenüber ihren Alterskollegen ohne Lehrlingsjahre.

Während die Arbeitslosenquote von Personen mit Pflichtschulausbildung derzeit bei 16,7 Prozent liegt, beträgt sie bei jungen Menschen mit Lehrausbildung mit 6 Prozent fast nur ein Drittel davon. "Der Ersteinstieg von Jugendlichen in den Arbeitsmarkt ist der Meilenstein für die Arbeitsmarktintegration und die weitere Berufslaufbahn der jungen Erwachsenen", so AMS-Chef Johannes Kopf.

Die besten Berufschancen haben aber nach wie vor Akademiker und Absolventen von Fachhochschulen. Hier liegt die Arbeitslosenrate bei einem Drittel der Lehrabsolventen. Bei AHS-Abgängern beträgt die Arbeitslosenrate gut die Hälfte der Lehrabgänger. Im EU-Vergleich liegt Österreich bei der Jugendbeschäftigung im Spitzenfeld, Schlusslicht ist Polen.

Rund zwei Drittel eines Schuljahrganges wechselt von der Pflichtschule in die Lehre oder steigt direkt in einen Beruf ein. Von diesem Drittel hatte in etwa die Hälfte bis zum 25. Lebensjahr Kontakt mit dem AMS. Der unmittelbare Anlass dafür ist die Lehrstellensuche, später meistens die Arbeitslosenmeldung, so das Arbeitsmarktservice.

Im Rahmen des Blum-Bonus wird vom AMS die Ausbildung von zusätzlichen Lehrlingen in Betrieben mit monatlich 400 Euro im 1. Lehrjahr sowie 300 bzw. 200 Euro im 2. bzw. 3. Lehrjahr gefördert. Im Ausbildungsjahr 2005/2006 wurde die Lehrausbildung von 21.600 Jugendlichen gefördert, im Jahr 2006/2007 werden weitere 10.000 davon profitieren. (apa)

6.2.2007 11:18