Sozialpartner für Neuordnung: Immer weniger Österreicher gehen in Altersteilzeit
- Von 42.371 in Dezember '03 auf 28.938 in Jänner '07
Die Zahl der Altersteilzeit-Bezieher ist weiter rückläufig. Im Dezember 2003 hatte es mit 42.371 einen Höchststand gegeben, seither wird eine kontinuierliche Abnahme registriert. Im Jänner 2007 nahmen nach jüngsten Daten des Arbeitsmarktservice (AMS) nur mehr 28.938 Personen die Altersteilzeit in Anspruch. Die Sozialpartner wollen nun eine Änderung, weil die geltende Regelung wenig attraktiv ist und nicht genügend Zulauf findet.
Die große Koalition will bis Sommer die Vorlage eines neuen Modells. So ist im Regierungsprogramm (Seite 49) zu lesen, dass es eine "Neuordnung der Altersteilzeit-Regelung: nach Vorschlag der Sozialpartner bis Mitte 2007" geben soll. Etwa Mitte Februar ist ein Gipfel von Regierung mit Sozialpartnervertretern in Augenschein genommen, bei dem aber auch neben der Altersteilzeit-Novellierung die Themen Ladenöffnungszeiten oder flexible Arbeitszeit behandelt werden.
Von den 28.938 Altersteilzeitbeziehern im Vormonat waren 13.276 Frauen und 15.662 Männer. Die Geschlechterverteilung ist über die Monate relativ konstant geblieben.
Der Rückgang bei der Altersteilzeit ist laut AMS auf mehrere Faktoren zurückzuführen. So sind jene, die bis 31. März 2003 in Altersteilzeit gegangen sind, beim Pensionsantritt begünstigt gewesen. Für diese Personen galt die Regelung vor dem Pensionsstichtag 2004, sie müssen als Männer spätestens mit 61,5 Jahre in den Ruhestand treten, als Frauen spätestens mit 56,5 Jahren. Die Bezieher, die danach die Altersteilzeit in Anspruch genommen haben, müssen schon mit dem schrittweise erhöhten Pensionsantrittsalter rechnen.
Ein weiterer Grund ist die verschärfte Zugangsregelung für Unternehmer. So muss beim so genannten "Blockmodell" - bei einer Altersteilzeit von beispielsweise vier Jahren werden die ersten zwei Jahre voll gearbeitet und dann überhaupt nicht mehr - eine Ersatzkraft zwingend von der Firma angestellt werden. Wenn man ohne das "Blockmodell" arbeitet, sprich die Altersteilzeit beispielsweise vier Jahre hindurch mit 50 Prozent in Anspruch nimmt, muss der Unternehmer zwar keine Ersatzkraft einstellen, allerdings erhält er in diesem Fall auch nur die Hälfte des AMS-Zuschusses, was wiederum das Modell nicht lukrativ genug gemacht haben dürfte.
Von 2000 bis Jänner 2007 wurden bisher insgesamt 2,31 Milliarden Euro ausgegeben. Die Kosten von 2007 bis 2014 werden inklusive der Vorbelastungen mit weiteren 795 Millionen Euro angegeben.
(APA/red)
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