Tankstellen-Streik legt ganz Italien lahm:
Für 48 Stunden stehen alle Zapfsäulen still
- Bis Donnerstagfrüh gibt's keinen Tropfen zu holen
- Kritik an Liberalisierungs-Politik von Regierung Prodi
·TANKEN: Hier finden Sie den billigsten Sprit
Die günstigsten Tank- stellen auf einen Blick
·So können auch Sie viel Sprit einsparen
Den Treibstoffverbrauch optimieren & Geld sparen
Tankwarte in Italien sind in einen 48-stündigen Streik gegen die Liberalisierungspolitik von Ministerpräsident Romano Prodi getreten. Die Tankstellen werden bis zum 9. Februar um sechs Uhr früh gesperrt bleiben. Auf dem Autobahnnetz werden die Tankstelle bis Donnerstag um 22 Uhr geschlossen sein.
Die Tankstellenpächter wehren sich damit gegen einen Beschluss der Regierung, wonach künftig auch Supermärkte Benzin und Diesel verkaufen dürfen. Die Regierung will das Tankstellennetz liberalisieren, um die Zahl der Zapfanlagen in Italien zu steigern. Dank stärkerer Konkurrenz sollen die Benzinpreise sinken. Die Mitte-Links-Regierung will auch Großhändlern wie Supermärkten und Einkaufszentren die Genehmigung zur Verwaltung von Zapfanlagen geben.
Mehr Konkurrenz führe zu niedrigeren Abgabepreisen, meint Industrieminister Pierluigi Bersani. Im Gegenzug soll den Tankstellen der Verkauf von Lebensmitteln und anderen Waren erlaubt werden. Letzteren Punkt streben auch die Tankstellenpächter seit längerem an; was den Verkauf in Einkaufszentren betrifft, sprechen sie jedoch von unlauterem Wettbewerb, der den Tankstellenpächtern nur noch mehr zusetzen würde.
"Job-Killer" Selbstbedienungsstationen
Die französische Großhandelskette Auchan hat sich bereits interessiert erklärt, eigene Tankstellen zu eröffnen, die Benzin zu günstigeren Preisen anbieten würden. Dagegen wehrt sich die einflussreiche Lobby der italienischen Tankstellenpächter heftig. Sie fürchten, dass zu viele Selbstbedienungsstationen eröffnet werden und Arbeitsplätze verloren gehen.
In Italien gibt es mehr als 22.000 Tankstellen - zumeist kleine Betriebe. Die staatlich geführte Eni kontrolliert 40 Prozent der Tankstellen. Konsumentenschutzverbände rechnen damit, dass dank der Liberalisierung die Autofahrer mit Einsparungen bei den Benzinpreisen von 96 Euro im Jahr rechnen könnten.
Die Tankstellenpächter kritisierten, dass das Netz in den vergangenen Jahren bereits tiefgreifend umstrukturiert worden sei. Die Zahl der Zapfsäulen sei seit den 90er Jahren um 8.000 Tankstellen zusammengeschrumpft.
(apa/red)
Syrien-Krise18:14
Obama ein Feigling?Wegschauen oder eingreifen? US-Präsident schweigt zum Massaker von Houla
Nachbeben in Italien20:01
Mehrere TodesopferErneut große Schäden und Tote nach schweren Erdstößen in Norditalien

