Wird Elsner in Kürze am Herzen operiert? Anwalt kündigte Eingriff binnen 14 Tagen an
- "Ex-BAWAG-Chef wird sich heimischer Justiz stellen"
- Gerichtsgutachten Basis für Auslieferungsverfahren

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Geheimtreffen zwischen
den Anklagebehörden
Der ehemalige BAWAG-Generaldirektor Helmut Elsner wird sich in Kürze in Frankreich einer Herzoperation unterziehen. Das kündigte sein Wiener Anwalt Wolfgang Schubert an. Der mehrstündige Eingriff werde innerhalb der nächsten 14 Tage stattfinden. Ort und Zeit seien bereits festgelegt und der französischen Generalstaatsanwaltschaft mitgeteilt worden, sagte Schubert.
"Medienberichte, wonach Helmut Elsner sich durch Privatgutachten ungerechtfertigt der Überstellung nach Österreich entziehe, sind daher falsch", betonte der Anwalt. Die Operation sei "auf Grund der Überlagerung mehrerer Krankheitsbilder mit einem erheblichem Risiko für Herrn Elsner verbunden".
Auslieferungsverfahren auf Basis eines Gerichtsgutachtens
Schubert legte Wert auf die Feststellung, dass die französischen Behörden das Auslieferungsverfahren nicht auf Basis einer privaten Expertise, sondern eines Gerichtsgutachtens ausgesetzt hätten. Demnach sei bei Elsner zunächst am 30. November von Jean-Louis Bonnet, dem Leiter der Herzabteilung an der Universitätsklinik La Timone in Marseille, eine Herzkatheteruntersuchung durchgeführt worden.
Dabei wurden laut Schubert "schwere koronare Anomalien" festgestellt, die dringend einen chirurgischen Eingriff nach vorangegangener Stabilisierung des Gesundheitszustandes des 71-jährigen Patienten erforderlich machen würden.
Über Auftrag des französischen Generalstaatsanwalts Bertrand Charpentier sei Elsner am 14. Dezember noch zusätzlich von zwei gerichtlich beeideten Sachverständigen untersucht worden. Deren Gutachten vom 22. Dezember bestätige die Angaben von Professor Bonnets "uneingeschränkt", stellte Schubert fest: "Sie kommen zum Ergebnis, dass eine Überstellung Herrn Elsners nach Wien das Risiko einer lebensbedrohenden Gesundheitsschädigung mit sich brächte."
Elsner wird sich heimischer Justiz stellen
Der Anwalt bekräftigte, Elsner werde sich der heimischen Justiz stellen, sollte der Eingriff zufrieden stellend verlaufen. Eine unmittelbar darauf folgende Überstellung kann sich Schubert aber nicht vorstellen: Dem Patienten müsse in jedem Fall eine entsprechende, "nötigenfalls mehrmonatige" Rehabilitation gewährt werden.
Staatsanwaltschaft Wien weiß nichts vom Eingriff
Bei der Staatsanwaltschaft Wien wusste man nichts von der laut Elsner-Anwalt Wolfgang Schubert unmittelbar bevorstehenden Herzoperation, der sich der frühere BAWAG-Generaldirektor in Frankreich unterziehen wird. Gerhard Jarosch, der Sprecher der Anklagebehörde, meinte auf APA-Anfrage, der angeblich bereits fixierte Eingriff sei "neu". Der Behörde sei kein Termin bekannt.
Weder Jarosch noch der für den BAWAG-Akt zuständige Staatsanwalt Georg Krakow wollten die jüngste Entwicklung in der Causa Elsner kommentieren.
Elsner wird in Österreich wegen des Verdachts der Untreue, schweren Betrugs und Bilanzfälschung gesucht und wurde am 14. September in Frankreich auf Grundlage eines Europäischen Haftbefehls festgenommen. Auslöser für den Haftbefehl war, dass Elsner unter Hinweis auf Herzbeschwerden einer Vorladung nach Wien nicht nachgekommen war. In Folge wurde Elsner gegen eine Kaution von einer Million Euro wieder auf freien Fuß gesetzt. Seitdem war er abwechselnd in seiner Villa in Südfrankreich und im Spital.
(apa/red)
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