NÄCHSTE MEDAILLE - ABER WIEDER NICHT IN GOLD: Schild holt Bronze in Super-Kombi!
- Gold-Hamster: Pärson holt zweite WM-Goldmedaille!
Hundertstel-Pech: Schild nur 0,04 Sek hinter Mancuso - Zettel landet auf Rang fünf, Nici Hosp wird Sechste
·BILDER: Schild fährt in Kombi zu Bronze
Pärson gewinnt 2. Gold
in überzeugender Manier
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PLUS: Den anderen ÖSV- Stars Glück wünschen!
·'Wir sind ja nicht bei einem Wunschkonzert'
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Anja Pärson hat im Alleingang dafür gesorgt, dass WM-Gastgeber Schweden nach vier Bewerben der Titelkämpfe in Aare an der Spitze des Medaillenspiegels thront. Drei Tage nach ihrem Sieg im Super G legte die Ausnahmeathletin aus Tärnaby Gold in der Super-Kombination nach. In souveräner Manier, denn die nunmehr sechsfache Weltmeisterin setzte sich 0,81 Sekunden vor der Amerikanerin Julia Mancuso und 0,85 Sekunden vor der Salzburgerin Marlies Schild durch.
Österreich hat damit auch im vierten WM-Bewerb in Schweden eine Medaille geholt, der ÖSV hält damit bei jeweils zwei Silber- und Bronze-Medaillen. Kathrin Zettel und Nicole Hosp landeten in der Super-Kombination auf den Plätzen 5 und 6, Michaela Kirchgasser wurde auf Grund eines Torfehlers im Slalom disqualifiziert.
Die Fans in Aare bekamen also den nächsten "Bauchfleck" ihres wiedererstarkten Lieblings zu sehen - mit einem solchen feiert die 25-Jährige traditionell ihre Siege. Bereits die Abfahrt wurde zur Machtdemonstration, Pärson fuhr fast eine Sekunde Vorsprung auf ihre erste Verfolgerin Lindsey Kildow heraus. Der Slalom schien nur noch zur Formsache zu werden, doch Pärson meinte nach der zweiten Goldenen: "Das war der schwierigste Lauf meines Lebens. Ich war vor dem Slalom extrem nervös, denn ich wusste nicht, wie gut meine Slalom-Form ist."
Pärson sprach von "hartem, glatten und aggressiven Schnee", den sie allerdings gut im Griff hatte. "Unglaublich. Vor der WM habe ich von einer Goldmedaille geträumt. Jetzt habe ich schon zwei." Und auch am Sonntag in der Abfahrt dürfte der Weg zu Gold nur über die Lokalmatadorin führen.
Schilds Medaille kam völlig unerwartet
Schild schaffte ähnlich wie ihr Freund Benni Raich 24 Stunden zuvor dank eines starken Slalom-Laufes, in dem sie Bestzeit fuhr ("Er war aber nicht optimal"), noch den Sprung von Rang 10 zu Bronze. "Ich hatte nach dem Slalom eigentlich das Gefühl, das mehr gegangen wäre und habe eigentlich schon mit einer Medaille abgeschlossen gehabt." Die Freude war danach umso größer. "Das war ein guter Start in die WM, eine Medaille ist immer schön, ich freue mich sehr darüber, ich habe auch Glück gehabt heute", so die 25-Jährige, die in Aare gemeinsam mit Raich ein Appartement bewohnt. Schild holte sich damit auch reichlich Selbstvertrauen für den Slalom. "Das stimmt mich sehr zuversichtlich."
Hosp als Pechvogel der WM
Zum weiblichen Pechvogel der WM avanciert hingegen Landsfrau Hosp, die nach "Blech" im Super G in der Kombination auf Grund eines schweren Fehlers im Slalom eine Medaille verschenkte. "Aber heute ist die Enttäuschung nicht ganz so groß, besser so, als wenn ich wieder Vierte geworden wäre. Ich habe alles riskiert und leider alles verloren. Dass man auf dem Innenski ausrutscht, kann immer passieren. Wenn man einen Medaille will, dann muss man immer ans Limit gehen." Die Form der Tirolerin stimmt jedoch, Hosp hat vor allem in Riesentorlauf und Slalom gute Medaillenchancen. Auch in der Abfahrt am Sonntag will sie unbedingt starten, die Entscheidung darüber fiel erst am späteren Freitagabend.
"Wir sind ja nicht bei einem Wunschkonzert"
Zettel schaffte zwar nach Platz 17 in der Abfahrt im Slalom wie erwartet einen Sprung nach vorne, für eine Medaille ging es sich für die Niederösterreicherin aber nicht mehr aus. "Leider habe ich auch im Slalom Zeit liegen gelassen, im Großen und Ganzen bin ich aber zufrieden", meinte die Niederösterreicherin, die weiter auf ihre erste Einzel-Medaille bei einem Großereignis warten muss.
Pärson hat damit Siege in allen fünf Disziplinen Slalom, Riesentorlauf, Abfahrt, Super G (jeweils Weltcup) sowie Kombination (WM) gefeiert. Das haben vor ihr lediglich Landsfrau Pernilla Wiberg, die Österreicherin Petra Kronberger sowie die Kroatin Janica Kostelic geschafft.
Während die Schwedin bereits zwei Goldene um den Hals hat, wartet Österreich nach wie vor auf den ersten vollen Erfolg, doch Alpinchef Hans Pum war zufrieden: "Eine Medaille ist eine Medaille. Schöner wäre natürlich Gold, aber wir sind ja nicht bei einem Wunschkonzert. Die Mädchen haben alles gegeben. Schade ist der Ausfall von Hosp, vor allem da sie unten recht schnell war. Ich bin aber mit Bronze sehr zufrieden." Pärson bezeichnete Pum als "außergewöhnliche Skifahrerin. Sie schwebt auf Wolke sieben, da oben ist sie unterwegs."
| Endklassement nach Abfahrt und Slalom: | ||||||
| 1. | Anja Pärson | SWE | 1:57,69 | 1:11,00 | 46,69 | |
| 2. | Julia Mancuso | USA | 1:58,50 | +0,81 | 1:11,95 | 46,55 |
| 3. | Marlies Schild | AUT | 1:58,54 | +0,85 | 1:12,91 | 45,63 |
| 4. | Sarka Zahrobska | CZE | 1:58,74 | +1,05 | 1:12,95 | 45,79 |
| 5. | Kathrin Zettel | AUT | 1:59,60 | +1,91 | 1:13,23 | 46,37 |
| 6. | Nicole Hosp | AUT | 1:59,91 | +2,22 | 1:12,22 | 47,69 |
| 7. | Maria Riesch | GER | 2:00,02 | +2,33 | 1:12,35 | 47,67 |
| 8. | Nike Bent | SWE | 2:00,15 | +2,46 | 1:11,97 | 48,18 |
| 9. | Veronika Zuzulova | SVK | 2:00,74 | +3,05 | 1:14,44 | 46,30 |
| 10. | Emily Brydon | CAN | 2:00,86 | +3,17 | 1:13,68 | 47,18 |
| 11. | Petra Robnik | SLO | 2:00,89 | +3,20 | 1:13,56 | 47,33 |
| 12. | Kaylin L. Richardson | USA | 2:00,94 | +3,25 | 1:13,15 | 47,79 |
| 13. | Rabea Grand | SUI | 2:00,96 | +3,27 | 1:13,78 | 47,18 |
| 14. | Ingrid Jacquemod | FRA | 2:01,00 | +3,31 | 1:12,33 | 48,67 |
| 15. | Daniela Merighetti | ITA | 2:01,01 | +3,32 | 1:13,31 | 47,70 |
| 16. | Janette Hargin | SWE | 2:01,08 | +3,39 | 1:13,33 | 47,75 |
| 17. | Johanna Schnarf | ITA | 2:01,23 | +3,54 | 1:13,22 | 48,01 |
| 18. | Britt Janyk | CAN | 2:01,30 | +3,61 | 1:12,83 | 48,47 |
| 19. | Jessica Lindell-Vikarby | SWE | 2:01,65 | +3,96 | 1:13,48 | 48,17 |
| 20. | Urska Rabic | SLO | 2:01,94 | +4,25 | 1:13,40 | 48,54 |
| 21. | Fanny Chmelar | GER | 2:02,06 | +4,37 | 1:14,19 | 47,87 |
| 22. | Anne-Sophie Barthet | FRA | 2:02,73 | +5,04 | 1:13,97 | 48,76 |
| 23. | Sandrine Aubert | FRA | 2:02,90 | +5,21 | 1:15,18 | 47,72 |
| 24. | Catherine Borghi | SUI | 2:03,41 | +5,72 | 1:13,51 | 49,90 |
| 25. | Lucie Hrstkova | CZE | 2:04,29 | +6,60 | 1:14,84 | 49,45 |
| 26. | Tamara Wolf | SUI | 2:06,37 | +8,68 | 1:13,42 | 52,95 |
| 27. | Maria Belen Simari Birkner | ARG | 2:08,32 | +10,63 | 1:17,97 | 50,35 |
| 28. | Sona Maculova | SVK | 2:11,23 | +13,54 | 1:19,25 | 51,98 |
Disqualifiziert im Slalom:
Michaela Kirchgasser (AUT), Nadia Fanchini (ITA), Lindsey C. Kildow (USA), Dagny L. Kristansdottir (ISL)
Ausgeschieden im Slalom u.a.:
Chemmy Alcott (GBR), Dominique Gisin (SUI), Marie Marchand-Arvier (FRA), Resi Stiegler (USA), Shona Rubens (CAN), Tina Maze (SLO)
Zum Slalom nicht angetreten:
Tina Weirather (LIE), Elena Fanchini (ITA), Carolina Ruiz Castillo (ESP)
(apa/red)
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