Christoph Gruber zeigt sich als fairer
Verlierer: "Hermann hat es sich verdient"
- Tiroler konzentriert sich auf den Riesentorlauf
- Für Abfahrt trotz Trainings-Bestzeit nicht nominiert
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Die Enttäuschung bei Christoph Gruber nach der Niederlage im Kampf ums letzte ÖSV-Abfahrts-Ticket saß tief, doch der Tiroler zeigte sich als fairer Verlierer. "Hermann hat es sich verdient. Er ist ein Ausnahmeathlet. Gegen einen Hermann Maier anzutreten, ist immer schwierig", meinte der 30-Jährige, der nach "Blech" im Super G und der Nichtnominierung für die Abfahrt trotz Trainingsbestzeit ganz klar der bisherige Pechvogel der WM in Aare ist.
"Ich wünsche der Mannschaft, die am Samstag am Start ist, alles Gute", versicherte Gruber, der nun versucht, die positiven Aspekte hervorzustreichen und die Konzentration voll auf den Riesentorlauf, für den er aber zumindest offiziell ebenfalls noch keinen Fixplatz hat, zu lenken. Das Fischer-Material stimme genauso wie die Form, zudem halte auch das Knie nach dem in Wengen erlittenen Innenbandeinriss im rechten Knie. Außerdem habe Gruber mit seiner tollen Super-G-Leistung endlich auch unter Beweis gestellt, dass er bei einem Großereignis um Podestplätze mitmischen kann.
"Bisher hat es immer geheißen, dass man den Gruber sowieso nicht zu einem Großereignis schicken braucht. Denn wenn der das Wort WM hört, dann schwingt er eh gleich irgendwo auf der Strecke entnervt ab", verwies der Schwazer darauf, dass er nach Ansicht der Öffentlichkeit nicht über das beste Nervenkostüm verfüge. Bis Aare war der fünfte Rang im Olympia-RTL 2002 das beste Ergebnis Grubers bei einem Großereignis gewesen, damals hatte er um 0,09 Sekunden Bronze verpasst.
Zudem sah Gruber auch ein, dass sein deutlicher Formanstieg ab Mitte Jänner eben zu spät gekommen ist. "Am besten ist es natürlich, wenn man die ganze Saison über so gute Leistungen bringt, dass man schon vor der WM einen Fixplatz hat. Ich habe vor Wengen das Material umgestellt, ab dann ist es bergauf gegangen." Gruber begrüßte auch, dass die Entscheidung bereits am Mittwoch gefallen ist, denn dadurch müssen die Qualifikanten nicht ausgebrannt ins Rennen gehen - das war im ÖSV-Team nicht immer so.
Bei der WM vor zwei Jahren in Bormio hatte Gruber nach seiner Ausbootung für die Abfahrt noch ordentlich Richtung Giger und Co. hingelangt, das war diesmal in Aare kein Thema. Auch das Thema "Maier-Bonus" wollte er nicht kommentieren. "Die Trainer haben dazugelernt. Und auch ich. Ich habe schon sehr viel bei ÖSV-Qualis mitgemacht, so etwas bringt mich jetzt nicht mehr aus der Ruhe. Ich versuche alles lockerer und nicht so verbissen zu sehen, weil das nichts bringt. Diese Einstellung hilft mir auch beim Rennfahren sehr viel weiter."
Gruber ist so wie Klaus Kröll ÖSV-Ersatzfahrer für Samstag, er wird das Freitag-Training zum Materialtesten verwenden. Für den RTL erwartet Gruber ganz sicher keine ÖSV-Quali. Im RTL darf Österreich dank der Goldenen von Maier in Bormio fünf Rennläufer aufbieten. Das Quintett sollte Maier, Benjamin Raich, Rainer Schönfelder, Hannes Reichelt und eben Gruber umfassen.
(apa/red)
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