Dienstag, 6. Februar 2007

"Leicht ist gar nichts": Benjamin Raichs Batterien rechtzeitig für Aare wieder voll

  • Schladming-Sieg über Byggmark als Extra-Motivation
  • "Auf Planai gezeigt, dass ich keinen Blödsinn rede"

Statt direkt vom Ort des Triumphes zur Ski-WM zu hetzen, hat Benjamin Raich seinen Schladming-Sieg in vollen Zügen genossen, eine Party gefeiert, nach einer zweitägigen Pause in der Tiroler Heimat gut trainiert und erst am Sonntagabend den tief verschneiten schwedischen Boden betreten. So hatte die Nicht-Berücksichtigung für den WM-Super-G auch seine positiven Seiten, denn Raichs Batterien sind vor der für Donnerstag geplanten Super-Kombination voll aufgeladen.

Der 28-Jährige, der wie bei Olympia 2006 gemeinsam mit Freundin Marlies Schild ein Apartment bewohnt, scheint für ähnliche Großtaten wie vor zwei Jahren bei der WM in Bormio gerüstet zu sein. "In Bormio ist mir einfach alles aufgegangen", weiß Raich, der in Italien Gold in Slalom und Kombi, Silber in RTL und Teambewerb sowie Bronze im Super G in den Koffer packen durfte. "Ich kann hier ähnliche große Erfolge feiern, aber es kann ganz leicht auch in die andere Richtung laufen."

Wie die Chancen auf erfolgreiche Titelverteidigungen stehen? "Leicht ist gar nichts. Aber ich würde sagen, dass ich in beiden Disziplinen gute Chancen darauf habe." Fünf Medaillen wie in Bormio sind diesmal aber auf jeden Fall nicht möglich, denn Raich wird "nur" in Slalom, Super-Kombi, RTL und aller Voraussicht nach auch im abschließenden Teambewerb am Start stehen.

Schladming-Sieg über Byggmark als Extra-Motivation
Sein toller vierter Sieg beim Nachtslalom in Schladming, wo er den entfesselten Shooting-Star Jens Byggmark (SWE) besiegte, hat Raich noch einmal einen ordentlichen Motivationsschub verpasst. "Nach der Fahrt von Byggmark hat keiner mehr geglaubt, dass er zu schlagen ist. Wenn man das dann sieht, ist man schon ein bisschen stolz", meinte Raich, der sich in den Tagen zwischen dem "Nightrace" und der WM-Anreise noch einmal das Video vom Schladming-Spektakel mit 50.000 Zuschauern vergönnte.

Seine Sternstunden von Olympia oder WM schaue er sich zwar ebenfalls das eine oder andere Mal auf Video an, doch vor Aare verzichtete Raich auf eine derartige Einstimmung.

Als "Initialzündung" wollte Raich jedoch den Schladming-Triumph nicht verstanden wissen. "Ich habe mich vorher auch nicht anders gefühlt und auch in Kitzbühel gesagt, dass ich zufrieden und gut in Form bin. In Schladming hab ich es halt auch den Leuten bewiesen, dass ich keinen Blödsinn geredet habe."

Dass vor der Kombi nur noch ein Abfahrtstraining geplant, nimmt Raich locker. "Natürlich hätte ich gerne mehr gehabt. Aber für alle anderen ist es auch so, das ist nicht tragisch." Von WM-Stimmung war im Pitztal vor seiner Abreise nicht zuletzt auf Grund der Absagen in Aare rein gar nichts zu spüren. Das hatte aber auch einen anderen Grund, denn es standen die traditionellen Fastnachtsfeiern auf dem Programm.

(apa/red)

6.2.2007 10:16