Montag, 5. Februar 2007

Nicht schmerzfrei, aber motiviert: Sorgen- kind Zettel versprüht in Aare Optimismus!

  • Musste Europacup-Slalom wegen Schmerz abbrechen
  • Tägliche Therapien sollen Linderung verschaffen

Den Europacup-Slalom am vergangen Freitag in Bischofswiesen hat sie nach großem Rückstand im ersten Durchgang und wegen Schmerzen vorzeitig abgebrochen, trotzdem versprüht ÖSV-Sorgenkind Kathrin Zettel Optimismus: "Es geht mir ganz gut, ich fühle mich fit, gesundheitlich passt wieder alles. Das Problem mit Hüfte und Knie ist noch da, die Schmerzen auch, aber da kann ich jetzt nichts ändern. Da müsste ich pausieren und dafür fehlt mir die Zeit", sagte die Niederösterreicherin, die mittlerweile im Ski-WM-Ort Aare angekommen ist.

Die Weltcup-Riesentorlauf-Siegerin von Aspen und Semmering hatte zum Jahresbeginn mit einem 12. Platz im Zagreb-Slalom und einem Doppel-Ausfall in Kranjska Gora (Slalom, RTL) schwer zu schlucken. Die 20-jährige Göstlingerin kämpfte mit einer Schleimbeutelentzündung in der Hüfte und einem daraus resultierendes Positionsproblem. Die Entzündung schleppt sie nun bereits seit über einem Jahr mit sich herum. In Aare steht nun täglich Therapie auf dem Programm: "Massagen, Lymphdrainagen, den Muskel lockern, damit die Spannung nachlässt", erzählte sie.

Der Infekt mit Fieber, wegen dem sie die Rennen in Zauchensee ("Das ist mir richtig ans Herz gegangen") auslassen musste und in Cortina nur reduziertes Programm fuhr (25. im Riesentorlauf) sowie auf die WM-Generalprobe in San Sicario überhaupt verzichtete, ist auskuriert. In den vergangenen eineinhalb Wochen hat Zettel in St. Virgil in Südtirol und auf der Reiteralm trainiert. Nun ist sie heiß aufs Skifahren: "Das freie Skifahren heute hier war schon ganz nett." Die derzeit herrschenden kalten Temperaturen mag sie allerdings nicht so wirklich: "Das taugt mir nicht, aber für die Piste ist es gut."

In den schnellen Disziplinen spürt sie Hüfte und Knie weniger als in den technischen. "Vom Kniespiel her ist das weniger belastend. Ich bin aber schon lange nichts Schnelles mehr gefahren, ich kann nicht sagen, wie es mir geht." Sie wird in jedem Fall die Zähne zusammenbeißen, denn Zettel soll in Mittelschweden in Super-Kombination, Slalom und Riesentorlauf an den Start gehen.

Die Unterstützung aus der Heimat reist am kommenden Montag an, elf Leute werden erwartet, darunter ihr Onkel. "Meine Eltern kommen vom Hof nicht weg und haben keine Zeit. Und mein Freund Seppi macht gerade den Lkw-Führerschein", berichtete Zettel, die mit Team-Silber aus Bormio/Santa Caterina 2005 bereits eine WM-Medaille zu Hause hat.

(apa/red)

5.2.2007 16:51