Dienstag, 6. Februar 2007

"Man hat keine Tore gesehen": Super G-Absage kommt für ÖSV nicht überraschend

  • Wetterfee Pia sagt für heute 20 Eis-Krügeln voraus
  • Alle Rennen; Heute ab 10 Uhr LIVE auf networld.at!

Starker Wind und schlechte Sicht, aber auch zusätzlicher Neuschnee machten den gestrigen Herren-Super-G auch beim zweiten Versuch völlig unmöglich. Das Rennen war für 12:30 Uhr geplant gewesen, dann auf 13 Uhr verschoben worden, ehe dann um 12 Uhr die Aussichtslosigkeit des Unterfangens eingesehen wurde und die Absage erfolgte.

Auch Herrenchef Toni Giger bestätigte, dass an ein reguläres Rennen nicht zu denken war, meinte jedoch auch: "Kompliment an das Pisten-Team, die haben super gearbeitet. Ich war sehr überrascht, dass die Piste in einem so guten Zustand ist. Es ist sicher gut, dass nun noch eine Nacht Zeit ist, damit es so richtig anziehen kann." Das sieht auch Alpinchef Hans Pum so: "Für die Piste ist es sehr gut, wenn noch ein Tag dazukommt."

Die ÖSV-Athleten hegten keinerlei Zweifel über die Sinnhaftigkeit der Absage. "Man hat bei der Besichtigung keine Tore gesehen", meinte Christoph Gruber. "Es wäre ganz sicher kein reguläres Rennen möglich gewesen", fügte Mario Scheiber hinzu. "Die Bodenwellen waren schon bei der Besichtigung nicht zu sehen", erklärte Fritz Strobl.

Kasper: "Haben vier Monate auf Schnee gewartet"
FIS-Präsident Gian-Franco Kasper gab auch Durchhalteparolen aus: "Jetzt haben wir vier Monate auf Schnee gewartet, jetzt können wir nicht schon wieder schimpfen. Die Entscheidung heute war richtig. Ich kenne Aare seit 30 Jahren, wir haben halt immer Probleme, wenn wir so nahe an den Ozeanen sind." Ein wenig Sorge hat der Schweizer aber doch. "Ich mache mir Sorgen, solange die Speed-Bewerbe nicht unten sind. Aber es müssen ja auch wieder schöne Tage kommen. Und wir haben ja Zeit."

ÖSV-Stars haben WM-Absageflut schön langsam satt
Bei den österreichischen Ski-Stars macht sich nach den rennfreien Tagen hingegen doch Trübsal breit. "Langsam wird's mühsam", meinte etwa WM-Debütant Mario Scheiber nach der zweiten "sinnlosen" Rennvorbereitung. "Wir haben hier schon fast alles gesehen: Wind, Schnee, Regen, Nebel. Nur die Sonne noch nicht", fügte ein ebenfalls wenig begeisterter Christoph Gruber hinzu.

"Schön langsam kann man schon von einer Belastung sprechen. Schön langsam drückt es aufs Gemüt. Vor allem für mich ist es schwierig, da ich in solchen Sachen noch nicht viel Erfahrung habe. Ich hoffe, dass heute endlich etwas geht", gab Christoph Scheiber zu. "Man kann aber eh nur drüber lachen. Zumindest sollte man das versuchen", so Gruber, der sich auch am Montag mit Lesen aus der Rennanspannung holte. Heute einmal mehr diese Spannung aufzubauen, ist kein Problem. "Sobald du den Kurs besichtigst, kommt das sowieso von alleine."

Bode Miller machte es ganz anders als die Österreicher. Der Amerikaner vertraute den schlechten Wetterprognosen und genoss statt einer gezielten Rennvorbereitung das schwedische Nachtleben. Miller wurde noch um etwa 2:00 Uhr nachts im Nachtclub Diplomat gesichtet. Scheiber meinte dazu: "Miller hat eine andere Einstellung als wir. Wir sind darauf eingestellt, dass ein Rennen ist. Und dann können wir eben nicht in die Disco gehen. Das machen wir dann nach der Saison."

Wetterfee Pia sagt 20 eisgekühlte Krügeln voraus
Was sehr wohl in Aare stattgefunden hat, war das Eintreffen der vorausgesagten Kaltfront. Der beißende Ostwind hat Temperaturen weit im Minusbereich nach Schweden getrieben, bis Dienstag sollte es rund minus 20 Grad bekommen. Wetterfee Pia lag damit einmal mehr goldrichtig.

Für heute sagte sie Folgendes voraus: Neben der Kälte, die gut für ein faires Rennen ist, soll gegen Mitternacht trockenere Luft eintreffen. Zum großen Problem könnte jedoch neuerlich der Wind werden, vor allem im oberen Teil kann es starken Sturm geben. In der Nacht auf Mittwoch soll der Wind dann langsam aber sicher nachlassen.

(apa/red)

6.2.2007 07:17