Beschluss bei Notstandssitzung: Italiens Meisterschaft wird am Samstatg fortgesetzt
- Abgesagte Spiele werden Mitte April nachgeholt
- Spenden für Familie des getöteten Polizisten
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Vatikan kritisiert "un-annehmbaren Wahnsinn"
Die italienische Fußball-Meisterschaft wird am kommenden Wochenende mit der 23. Runde wieder aufgenommen. Wie der Vize-Präsident des AC Milan, Adriano Galliani, am Ende der Notstandssitzung der italienischen Liga berichtete, soll die nach den schweren Krawallen in Catania ausgesetzte 22. Runde am 17. und 18. April nachgeholt werden. Zu den heikelsten Spielen an diesem Wochenende zählt das sizilianische Derby Messina gegen Catania.
Galliani berichtete, dass Milan und Inter Mailand 16 Mio. Euro ausgeben werden, um die Sicherheitsstandards des San Siro-Stadions zu erhöhen. Die Klubs der italienischen Serie A und Serie B einigten sich weiters, jeweils 10.000 Euro für die Familien des in Catania getöteten Polizisten Filippo Raciti und des Klub-Managers Ermanno Licursi zu zahlen, der bei Krawallen im süditalienischen Luzzi ums Leben gekommen war.
Waschbecken auf Raciti geworfen
Die Polizei hat unterdessen weitere vier Minderjährige im Zusammenhang mit dem Mord am Polizisten Filippo Raciti festgenommen. Damit wächst die Zahl der wegen der Ausschreitungen festgenommenen Personen auf 34. Außerdem ist bei der Überprüfung der Videoaufnahmen im Stadion von Catania laut Polizeiangaben zu sehen, wie ein junger Ultra Raciti mit einem Waschbecken trifft, das von den Toilettenanlagen der Kurve Nord des Stadions "Angelo Massimino" herausgerissen wurde.
Wie italienische Medien berichteten, ist der Ultra nicht vermummt. Die Polizei versucht, ihn anhand einer Tätowierung zu identifizieren. Inzwischen bezifferte Senator Ettore Pirovano die Kosten für die Sicherheit der italienischen Fußball-Meisterschaft als "wahnsinnig". Wöchentlich müssten in ganz Italien 70.000 Polizisten eingesetzt werden, dies kostet den italienischen Staat fünf Millionen Euro pro Woche.
"Wenn man alle Meisterschaftsspiele und die europäischen Wettbewerbe berücksichtigt, erreicht man eine wahnsinnige Summe, welche die Italiener mit ihren Steuern zahlen müssen", sagte der Senator. Bereits Innenminister Giuliani Amato hatte in seinem Bericht vor dem Parlament am Dienstagabend betont, dass pro Meisterschaftsspiel bis zu 1.500 Polizisten eingesetzt werden müssten. Beim Skandal-Derby zwischen Catania und Palermo waren 1.300 Sicherheitskräfte vor Ort.
(apa)
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