Dienstag, 6. Februar 2007

Ausverkauf englischer Klubs geht weiter:
US-Milliardäre übernehmen den FC Liverpool

  • Sport-Tycoons Gillett und Hicks setzten sich durch
  • "Ein großer Schritt vorwärts für den FC Liverpool"

Der englische Fußball-Rekordmeister Liverpool hat das Übernahmeangebot der US-amerikanischen Geschäftsmänner George Gillett und Tom Hicks über rund 715 Millionen Euro angenommen. "Ein großer Schritt vorwärts für Liverpool, seine Aktionäre und Fans", kommentierte Liverpool-Präsident und bisheriger Hauptaktionär David Moores die Übernahme durch die US-Sport-Tycoons.

"Nach reiflichen Überlegungen habe ich mich dazu entschlossen, meine Teile zu verkaufen, um die nötigen Investitionen in ein neues Stadion und die Entwicklung der Mannschaft zu sichern. Alle anderen Aktionäre sollten das auch tun", fügte Moores hinzu. Der 60-jährige Hicks ist auch Eigentümer des NHL-Teams Dallas Stars und des MLB-Baseball-Klubs Texas Rangers. Dem 68-jährigen Milliardär Gillett gehört der NHL-Klub Montreal Canadiens.

Liverpool ist damit nach Manchester United (Malcolm Glazer) und Aston Villa (Randy Lerner) der dritte Verein der Premier League, der sich unter US-amerikanische Kontrolle begibt. Insgesamt ist der Champions-League-Sieger von 2005 schon der siebente englische Fußball-Klub, der von ausländischen Investoren übernommen wurde.

"Liverpool ist ein fantastischer Klub"
Die US-Investoren erklärten nach der Übernahme in einer gemeinsamen Stellungnahme: "Liverpool ist ein fantastischer Klub mit einer bemerkenswerten Geschichte und leidenschaftlichen Fans. Wir sind uns der Verantwortung, des einmaligen Erbes und der Chancen voll bewusst und werden diese auch in Zukunft respektieren."

Aus dem Übernahmerennen ausgeschieden war zuvor die International Capital Group aus Dubai. Die Investmentgruppe um Scheich Mohammed bin Rashid Al Maktoum, dem Staatsoberhaupt des Emirats, hatte ebenfalls monatelang mit dem Traditionsverein verhandelt.

(apa/red)

6.2.2007 16:47