Franzose Poiree gewinnt bei Biathlon-WM Gold über 20 Kilometer: Sumann wird Elfter
- Verstoß gegen Werberichtlinien? Disqualifikation droht

Ole Einar Björndalen erwischte einen rabenschwarzen Tag, dafür feierte ein anderer Großer des Biathlon-Sports ein grandioses Comeback. Der Franzose Raphael Poiree sicherte sich bei den Weltmeisterschaften in Antholz den Sieg im 20-km-Einzelbewerb, während der norwegische Triumphator der ersten zwei Bewerbe mit sechs Fehlschüssen nur 32. (+4:50,9 Minuten) wurde.
Dank einer makellosen Schussleistung machte der 32-jährige Poiree mit 26,8 Sekunden Vorsprung auf den deutschen Olympiasieger Michael Greis und 37,4 auf den tschechischen Sprint-Zweiten Michal Slesingr seinen achten WM-Titel perfekt. Die Österreicher Christoph Sumann und Daniel Mesotitsch belegten die Ränge elf und zwölf.
Poiree, verheiratet mit der norwegischen Ex-Weltmeisterin Liv Grete Poiree und kürzlich zum zweiten Mal Vater geworden, beendete mit seinem Sieg eine lange Durststrecke. Zuletzt waren die WM in Hochfilzen und die Winterspiele in Turin für den vierfachen Weltcup-Gesamtsieger enttäuschend verlaufen. Auf dem neuerlichen Höhepunkt kündigte der Franzose, dem ein Olympiasieg in der Erfolgsbilanz fehlt, auch gleich sein Karriereende nach dieser Saison an.
Sumann hatte nur einen Fehlschuss
Die Österreicher waren von den Podestplätzen weit entfernt. Sumann (+2:04,9 Minuten) leistete sich nur einen Fehlschuss - es war der erste Schuss der letzten Serie, der zu früh losging und zwei Handbreit unter der Scheibe einschlug. Mesotitsch (+2:12,8) bekam zwei Strafminuten zugerechnet, mit einem "Nuller" hätte er Silber geholt. Doch das ÖSV-Duo haderte nicht mit dem Schießen, Hauptgrund für das Scheitern war ein Materialproblem.
Alle vier ÖSV-Athleten, ausgerüstet vom gleichen Hersteller (Atomic), hatten für diese Bedingungen keine optimalen Ski zur Verfügung. "Ich war wie angeschweißt, habe in den Abfahrten immer den Anschluss verloren", meinte Sumann, der aber niemandem einen Vorwurf machen wollte. "Wir hatten schon so oft Vorteile, diesmal hat es leider nicht gepasst. Es ist eben eine Materialschlacht", erklärte der Steirer.
Mesotitsch stieß ins gleiche Horn. "Läuferisch hätte es heute gepasst, ich habe mich quälen können. Leider hatten wir kein besseres Material zur Verfügung", meinte er. Der Kärntner sicherte sich immerhin einen Startplatz im Dreißigerfeld des abschließenden Massenstart-Bewerbs am Sonntag. Fritz Pinter (59.) und Debütant Simon Eder (68.) waren mit fünf bzw. vier Fehlschüssen chancenlos.
Das Ergebnis Sumanns wurde noch nicht offiziell bestätigt, es lief offensichtlich eine Untersuchung seines Material lief (möglicher Verstoß gegen Werberichtlinien).
"Liegt nicht am Serviceteam
ÖSV-Sportdirektor Markus Gandler meinte, es sei sicher nicht ideal, wenn alle Läufer im Team die gleiche Skimarke hätten. "Es liegt nicht an unserem Serviceteam, dass es nicht geklappt hat", sagte er.
Vor dem Rennen hatten übrigens Carabinieri dem Österreicher-Quartier, dem Hotel Frida in Niederrasen, einen "Besuch" abgestattet. Die Polizisten notierten aber nur die Zimmernummern der Athleten. "Sie haben uns gesagt, dass sie das bei allen Teams machen. Ob es stimmt, weiß ich nicht", berichtete Sumann.
Endergebnis:
1. Raphael Poiree (FRA) 56:14,6 Min. (0 Schießfehler)
2. Michael Greis (GER) + 0:26,8 Min. (2)
3. Michal Slesingr (CZE) 0:37,4 (2)
4. Frode Andresen (NOR) 0:39,3 (1)
5. Nicolai Kruglow (RUS) 0:51,1 (0)
6. Ivan Tscheresow (RUS) 1:09,6 (1)
7. Tim Burke (USA) 1:27,4 (2)
8. Simon Fourcade (FRA) 1:33,5 (1)
Weiter:
11. Christoph Sumann (AUT) 2:04,9 (1)
12. Daniel Mesotitsch (AUT) 2:12,8 (2)
32. Ole Einar Björndalen (NOR) 4:50,9 (6)
59. Friedrich Pinter (AUT) 7:43,3 (5)
68. Simon Eder (AUT) 8:38,3 (4)
(apa/red)
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