Zehntausende feiern Handball-Weltmeister:
Deutsches Team in Köln frenetisch umjubelt!
- 16,17 Millionen Deutsche sahen WM-Finale im TV
- Weltmeister feierten bis in die Morgenstunden

·Deutschlands Herren Handball-Weltmeister
DHB-Team feiert klaren Finalerfolg über Polen
Zehntausende Fans haben den deutschen Handball-Weltmeistern einen begeisternden Empfang auf dem Kölner Rathausplatz bereitet. Erfolgscoach Heiner Brand, der nun sowohl als Spieler als auch als Trainer den WM-Titel eroberte, schüttelte den Kopf, als er die Menschenmassen sah. Aufgeklebte Brand-Schnurrbärte, ein schwarz-rot-goldenes Fahnenmeer und zahlreiche Karneval-Hits sorgten schon zwei Wochen vor dem Rosenmontagszug für Karnevalstimmung in Köln.
Köln erlebte mit der Jubelfeier den größten Empfang auf dem Rathausplatz seit 1978. Im gleichen Jahr, als auch die deutschen Handballer ihren bis Sonntag letzten WM-Titel geholt hatten, war hier die bisher letzte deutsche Meisterschaft der Fußballer des 1. FC Köln bejubelt worden. Nach dem Empfang in Köln machte sich die Mannschaft auf zum privaten Jubelmarathon im Mannschaftshotel in Wiehl, wo sie bis in die frühen Morgenstunden feierte.
"Es ist unglaublich, was hier mit unserer kleinen Sportart Handball passiert. Ich brauche noch einige Wochen, um das zu begreifen", meinte Brand, der beim letzten Titelgewinn 1978 als Spieler dabei war. Abwehrspezialist Oliver Roggisch kündigte nach dem Coup an: "Wir werden jetzt feiern wie die Weltmeister. Das ist nicht nur mit 24 Stunden getan. Dafür brauchen wir zwei Tage."
Stunden zuvor hatte die Mannschaft durch das 29:24 im Finale gegen Polen in der Kölnarena zum dritten Mal nach 1938 und 1978 den WM-Titel nach Deutschland geholt. 19.000 entfesselte Zuschauer feierten das Team in der Halle, als Kapitän Markus Baur die 30 Kilogramm schwere Trophäe in Empfang nahm. Nicht nur in Köln, auch in anderen deutschen Städten wurde der Titel mit Autokorsos und Feuerwerk gefeiert. Zehntausende Fans beim Public Viewing in ganz Deutschland zelebrierten eine Handball-Party nie gekannten Ausmaßes.
Die Stimmung erinnerte an die Fußball-WM vor einem halben Jahr. "Die Fußball-WM war ein Sommermärchen, das ist nun ein Wintermärchen", sagte Fußball-"Kaiser" Franz Beckenbauer. Von allen Seiten erhielt die deutsche Mannschaft Glückwünsche. "Sie und Ihre Jungs haben Millionen Deutschen mit einer beispiellosen Hingabe und Leidenschaft große Freude bereitet", schrieb etwa Bundeskanzlerin Angela Merkel an Brand.
Zuvor hatte der Final-Triumph für die beste Quote eines Handballspiels in der Geschichte des deutschen Fernsehens gesorgt. Durchschnittlich 16,17 Millionen Zuschauer sahen das Endspiel gegen die Polen in der ARD. Das entspricht nach Angaben des Senders einem Marktanteil von 58,3 Prozent. Die bisher beste Quote lag beim deutschen WM-Titel 1978 bei 11,87 Millionen Zuschauern. Zum Vergleich: Dieses Mal verfolgten in den alten deutschen Bundesländern 13,46 Millionen Zuschauer den 29:24-Sieg der DHB-Auswahl.
(apa/red)
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