Donnerstag, 8. Februar 2007

Russischer Ex-Geheimdienstchef ohne
Gnade: Alexander Litwinenko verdiente Tod

  • Vergifteter Ex-Agent in Augen Gussaks ein "Verräter"
  • 'Wäre in Sowjetunion zum Tode verurteilt worden'

Der mit einer radioaktiven Substanz vergiftete Ex-Agent Alexander Litwinenko hat nach Ansicht eines ehemaligen russischen Geheimdienstchefs den Tod verdient. Litwinenko sei ein "Verräter" gewesen, der zu Zeiten der Sowjetunion zum Tode verurteilt worden wäre, sagte der ehemalige Chef des russischen Geheimdienstes FSB, Alexander Gussak, in einem Interview des britischen Senders BBC2. Der Ex-Agent habe russische Spione an die britischen Geheimdienste verraten. Einer von diesen habe angeboten, ihm Litwinenkos Kopf zu bringen. Dieses Angebot habe er abgelehnt, sagte Gussak, der inzwischen als Jurist tätig ist.

In den Ermittlungen zum Fall Litwinenko gestaltet sich die Zusammenarbeit zwischen britischen und russischen Behörden weiter schwierig. London habe bisher nicht auf einen Antrag Moskaus reagiert, seine Ermittler zur Untersuchung des Falls in die britische Hauptstadt zu schicken.

Die Anfrage sei bereits am 8. Jänner bei den britischen Behörden eingegangen, bisher gebe es keine Antwort, teilte ein Sprecher des russischen Außenministeriums mit. Die russischen Ermittler wollten nach eigenen Angaben in Großbritannien bis zu 100 Zeugen vernehmen, unter ihnen den im Londoner Exil lebenden Oligarchen Boris Beresowski. Litwinenko war am 23. November vergangenen Jahres nach wochenlangem Leiden offenbar an einer Vergiftung mit der radioaktiven Substanz Polonium gestorben.

(apa/red)

8.2.2007 08:05