Rätselhafter Tod eines EU-Diplomaten: 53-
jähriger Franzose in Cote d'Ivoire ermordet
- Abidjan: Niaucel wurde in seiner Wohnung erschossen
In der westafrikanischen Republik Cote d'Ivoire (Elfenbeinküste) ist ein für die Vertretung der Europäischen Union tätiger französischer Diplomat offenbar ermordet worden. Der 53-jährige Michel Niaucel wurde in seiner Wohnung in einem Geschäftsviertel der Wirtschaftsmetropole Abidjan erschossen. Über die Hintergründe der Tat war zunächst nichts bekannt. Der französische Außenminister Philippe Douste-Blazy verlangte in einer ersten Reaktion die "volle Aufklärung dieses fürchterlichen Mordes".
Niaucel war seit 2002 für die EU-Sicherheitsoperationen im westlichen Afrika zuständig. Da es keine Einbruchsspuren gebe, könnte das Opfer den oder die Täter gekannt haben, erklärte der französische Botschaftssprecher Jacques Cuzi. Der Diplomat lebte in der Wohnung zusammen mit seiner Frau und seiner 13-jährigen Tochter.
Die Beziehungen zwischen der 1960 unabhängig gewordenen früheren französischen Kolonie und Frankreich hatten sich verschlechtert, seit Anhänger von Staatspräsident Laurent Gbagbo die ehemalige Kolonialmacht beschuldigten, einen Umsturzversuch im Jahr 2002 unterstützt zu haben. Gbagbo-Anhänger, insbesondere fanatisierte Angehörige der Jugendmiliz "Junge Patrioten", haben wiederholt Europäer in Abidjan attackiert.
Bei schweren Unruhen im November 2004 hatte Frankreich mehr als 8000 seiner Staatsangehörigen aus der Elfenbeinküste ausfliegen müssen. Damals hatte auch Niaucel mit seiner Familie das Land vorübergehend verlassen. Derzeit leben nur noch 3.000 Franzosen in Abidjan gegenüber 50.000 in den achtziger Jahren. (apa/red)
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