Dienstag, 6. Februar 2007

Von der ISS in Häf'n: US-Astronautin nach Attacke auf Liebes-Rivalin festgenommen!

  • 43-Jährige hatte jüngerer Frau auf Airport aufgelauert

Im Himmel ist die NASA-Astronautin Lisa Nowak gut zurechtgekommen. Auf der Erde hat sie mehr Probleme: Wegen einer heimlichen Liebe zu einem Shuttle-Piloten legte sie sich mit einer vermeintlichen Rivalin an und wurde verhaftet. Jetzt sieht sich die 43-Jährige mit Ermittlungen wegen versuchter Entführung und möglicherweise sogar versuchten Mordes konfrontiert.

Die Astronautin glaubte nach Polizeiangaben offenbar, dass eine andere Frau, Colleen Shipman, ebenfalls zärtliche Gefühle für den Shuttle-Piloten William Oefelein hegte. Als Nowak erfuhr, dass Shipman einen Flug von Orlando nach Houston gebucht hatte, fasste sie den Entschluss, die vermeintliche Rivalin zu treffen. Sie zog sich eine Perücke über den Kopf und fuhr mit dem Auto 1.500 Kilometer weit von Houston nach Orlando. Dabei zog sie sich den Behörden zufolge eine Windel an, um nicht unterwegs anhalten zu müssen - so wie das die Astronauten auch bei Starts und Landungen tun.

Nowak traf rechtzeitig ein, um zusammen mit Shipman einen Flughafenbus zu besteigen, der diese zum Parkhaus bringen sollte. Shipman sagte aus, dass sie die Verfolgerin bemerkt habe und deswegen schnell zu ihrem Auto gegangen sei und sich darin eingeschlossen habe. Nowak ließ aber nicht ab und forderte, mitgenommen zu werden. Als sie anfing zu weinen, öffnete Shipman das Fenster. Dies nutzte die Astronautin dazu, eine Chemikalie ins Auto zu sprayen. Daraufhin fuhr Shipman los und rief an der Ausfahrt des Parkhauses nach der Polizei.

Ein herbeigeeilter Beamter sah noch, wie die Astronautin eine Tasche mit der Perücke und ein Luftgewehr wegwarf. Außerdem fanden sie ein Klappmesser, einen Hammer und einen Gummischlauch sowie 600 Dollar (464 Euro) an Bargeld. In Nowaks Auto entdeckten die Ermittler eine Packung mit Pfefferspray, Gummihandschuhe und einen Liebesbrief an Shuttle-Pilot Oefelein.

Nowak erklärte bei ihrer Vernehmung, sie habe Shipman lediglich erschrecken und mit ihr über ihre Beziehung zu Oefelein sprechen, sie aber nicht verletzen wollen. "Wenn man mit jemandem sprechen will, dann weiß ich nicht, warum man dafür eine Perücke, einen Trenchcoat, ein Luftgewehr und Pfefferspray braucht", sagte die Polizistin Barbara Jones. "Das ist eine sehr traurige Sache." Bei einem Schuldspruch wegen versuchter Entführung muss Nowak mit einer lebenslangen Haftstrafe rechnen.

Mit Oefelein verbinde sie "mehr als ein Arbeitsverhältnis, aber weniger als eine romantische Beziehung", sagte Nowak bei der Vernehmung weiter. Die Astronautin ist mit Oefelein nie gemeinsam ins All geflogen. Beide trainierten jedoch zusammen. Nach der offiziellen NASA-Biografie ist Nowak verheiratet und hat drei Kinder, Oefelein ist unverheiratet und hat zwei Kinder. Bei der NASA erklärte Sprecher James Hartsfield, bis auf weiteres bleibe der Status der Astronautin unverändert. "Was danach passiert, darüber will ich nicht spekulieren."

Ein Richter in Orlando verfügte zunächst die vorläufige Freilassung Nowaks gegen die Zahlung einer Kaution in Höhe von 15.500 Dollar (knapp 12.000 Euro). Er machte ihr zugleich die Auflage, dass sie sich ihrer Kollegin Shipman nicht nähern dürfe. Die Behörden wollten Nowak aber auch Mordversuch vorwerfen, sagte ein Gefängnissprecher später. Die Astronautin bleibe daher in Haft. (apa)

6.2.2007 18:54