Dienstag, 6. Februar 2007

Sechs Leichen in Restaurant gefunden: Tote
in Niedersachsen waren teilweise gefesselt

  • Weiteres Opfer stirbt an den schweren Verletzungen
  • Hintergründe der Bluttat derzeit noch völlig unklar

Einen Tag nach dem siebenfachen Mord in einem China-Restaurant in Deutschland verfolgte die Polizei erste Hinweise. Die Ermittler überprüften nach eigenen Angaben eine Wohnung in Bremen. Außerdem gingen die Fahnder 70 Hinweisen aus der Bevölkerung nach. Auch zur Identität der Leichen gab es erste konkretere Angaben.

Die Polizei ging mit großer Wahrscheinlichkeit davon aus, dass das Betreiberehepaar und Angehörige mehrerer Nationalitäten darunter sind. Ein kleines Mädchen überlebte das Blutbad und wurde unter Polizeischutz genommen.

Nach Informationen von Radio Bremen durchsuchte ein Spezialeinsatzkommando der Bremer Polizei ein Haus im Stadtteil Osterholz. Dem Sender zufolge soll es einer asiatischen Familie gehören. Es sei von dem Einsatzkräften umstellt worden. Zeugen wollen demnach eine Person gefesselt am Boden gesehen haben.

In dem China-Restaurant "Lin Yue" in Sittensen in Niedersachsen waren sechs Leichen und ein schwer verletzter Mann gefunden worden, der in später seinen Schusswunden erlag. Ein etwa zwei Jahre altes Mädchen wurde laut Polizeisprecher Detlev Kaldinski unverletzt geborgen. Das Mädchen sei in der Obhut der Polizei. Als Zeuge komme die Kleine wegen ihres Alters aber nicht in Frage.

Die Ermittler gehen unterdessen weiter Hinweisen aus der Bevölkerung nach. "Teilweise sind es Leute, die am Sonntag in dem Restaurant zu Gast waren", sagte Polizeisprecher Christoph Steinke. Teilweise seien es Hinweise auf Autokennzeichen oder verdächtige Beobachtungen. Am Tatort setzte das Bundeskriminalamt die Spurensicherung fort. Dies könnte nach Angaben der Polizei auch noch weiter andauern, da es sich um einen sehr großen Tatort handelt.

Zu den Ergebnissen der Obduktion und der Identität der Opfer konnte die Polizei noch keine definitiven Angaben machen. Mit großer Wahrscheinlichkeit sei das Betreiberehepaar unter den Opfern sowie weitere Personen verschiedener Nationalitäten, sagte ein Polizeisprecher.

Konkrete Hinweise auf die Täter hatten die Ermittler zunächst nicht. Es gebe auch keine Hinweise darauf, dass die chinesische Mafia in den Fall verwickelt sei, wie viele Medien spekulierten. "Wobei wir das natürlich auch nicht ausschließen können", sagte Steinke.

(apa/red)

6.2.2007 18:35