Freitag, 9. Februar 2007

Spricht kein Deutsch, war noch nie bei uns: US-Unternehmer Österreichs Honorarkonsul

  • Geschäftsmann Toby Unwin tritt Dienst in Florida an
  • Immerhin Österreich-Urlaub im Sommer geplant

Toby Unwin ist ein erfolgreicher US-amerikanischer Geschäftsmann und beginnt ab Oktober 2007 seine Tätigkeit als Honorarkonsul der Republik Österreich. Das allein wäre nicht weiter bemerkenswert; etwas fragwürdig wird die Geschichte aber, wenn man bedenkt, dass der 33-Jährige unser Land nur von Erzählungen her kennt. Unwin war bisher noch nicht einmal auf Urlaub in Österreich und spricht kaum ein Wort Deutsch.

Der Lebenslauf von Toby Unwin erinnert an übertriebene Erfolgsstory-Filme aus den USA. Der ursprünglich aus England stammende Businessman hat in seinen 33 Lebensjahren schon viel erreicht, ist Doktor der Betriebswirtschaft, verheiratet und Vater eines Sohnes. Außerdem ist er Bestsellerautor von drei Büchern zum Thema Vermögensanlage und Zeitmanagement. So nebenbei ist er auch Pilot und hält einen Fluggeschwindigkeits-Rekord. Sein größter Wirtschaftserfolg war die Gründung des in Europa erfolgreichen Internetunternehmens "NetSearch".

US-Amerikaner Unwin als Honorarkonsul Österreichs
Auf der Homepage des Außenministeriums findet man Vertretungen der Republik Österreich in rund 30 Städten der USA. Ab Oktober 2007 kann sich Toby Unwin mit seiner dazurechnen, denn das österreichische Außenministerium schafft eine neue "Zweigstelle" in Florida. Der Unternehmer hatte sich für den Posten als Honorarkonsul der Repbulik Österreich in Orlando beworben und erhielt schließlich auch den Zuschlag.

Einsatz gefragt
Vor Arbeitsbeginn hat der ambitionierte Unwin noch viel vor. Da er Österreich noch nie besucht hat, möchte er das diesen Sommer nachholen. Außerdem erlernt er gerade die deutsche Sprache. Bereit stehen in seinem Büro zur Zeit nur eine Mappe Österreichs, Stempel für offizielle Dokumente und eine CD mit der Nationalhymne des Landes, das er vertreten soll.

Betreuung, Hilfestellung und Beratung
Unwins Aufgabe wird daraus bestehen, in seinem Heimatort Orlando ansässige Österreicher und US-Amerikaner zu betreuen. Seine Kompetenzen werden zum Beispiel darin liegen, Hilfestellungen bei rechtlichen Schwierigkeiten zu leisten oder Personen zu beraten, die geschäftliche Interessen in den USA verfolgen. Reich wird er dadurch definitiv nicht, denn die Tätigkeit übt er unentgeltlich aus. Doch das hat der wohlhabende Geschäftsmann ohnehin nicht nötig.

Dennoch bietet der Job durchaus Annehmlichkeiten: das Diplomatenkennzeichen am Auto schützt beispielsweise vor Strafzetteln. Und wer sonst kann auf Partys schon von sich behaupten, von Beruf Honorarkonsul zu sein...

(red)

9.2.2007 21:50