Dienstag, 6. Februar 2007

Nach Gusenbauer-Machtwort: Faymann will Koralm-Tunnel bis 2018 fertiggestellt haben

  • 'Steirer & Kärntner haben Recht auf Verlässlichkeit'
  • BZÖ für Bau auch ohne Semmering-Basistunnel

Verkehrsminister Faymann hat bekräftigt, dass die Koralmbahn zwischen Graz und Klagenfurt wie geplant 2018 fertig gestellt wird. Das habe Bundeskanzler Gusenbauer so angeordnet und werde auch umgesetzt. Er habe bereits die ÖBB angewiesen, alle Vorbereitungen zur Einhaltung des Zeitplans zu treffen.

Faymann ließ im "ZIB2"-Interview aber durchblicken, dass er eine Fertigstellung - wie noch vor kurzem von ihm angekündigt - im Jahr 2020 für realistisch halte. Der Verkehrsminister betonte, dass auch er hinter dem 4 Mrd. Euro teuren Projekt trotz aller Kritik von Experten stehe. Dem Experten-Vorwurf, dass ein Koralmtunnel nur gemeinsam mit einem Semmering-Baisistunnel einen Sinn mache, ließ er nur bedingt gelten. Zwar mache ein "Miteinander zusätzlichen Sinn", der Bau der Koralmbahn alleine sei aber auch sinnvoll.

Zum Einwurf, dass das Semmeringprojekt seit über 30 Jahren umstritten ist und sich der niederösterreichische Landeshauptmann Pröll weiterhin dagegen ausspricht, meinte Faymann, er werde mit Pröll schon in den nächsten Tagen darüber sprechen. Zu Expertenmeinungen, wonach das Milliardenprojekt teurer käme als wenn jeder potenzielle Bahnreisende mit "der Sänfte oder dem Taxi" transportiert würde, stellte Faymann klar: "Die Steirer und Kärntner haben ein Recht auf Einhaltung der Verträge."

Schon zuvor hat Faymann ein Treffen mit dem Tiroler Landeshauptmann Van Staa. Zentraler Knackpunkt hier: Der Brenner- Basistunnel, der bis zu 8 Mrd. Euro kosten soll. 20 Prozent sollen von der EU kommen, den Rest teilen sich Österreich und Italien. Das Problem hierbei: Der Eisenbahntunnel finanziert sich nur, wenn er auch genutzt wird. Nach derzeitigen Kosten wäre aber der Lkw-Verkehr günstiger als der Brenner-Schienentransport.

BZÖ für Bau auch ohne Semmering-Basistunnel
Das BZÖ fordert den Bau des Koralmtunnels, auch wenn der Semmering-Basistunnel nicht kommen sollte. BZÖ-Generalsekretär Gerald Grosz geht aber davon aus, dass der niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll seinen Widerstand gegen den Bahntunnel unter dem Semmering aufgibt. Irgendwann müsse auch ein "Pröllbock" nachgeben, meinte er.

(apa/red)

6.2.2007 13:07