Montag, 5. Februar 2007

EU-Studie veröffentlicht: Österreich ist
eines der sichersten Länder in der Union

  • Aber sexuelle Gewalt liegt über europäischem Niveau
  • Betrug an Konsumenten oder Korruption unter Schnitt

In der EU sind "allgemeine Verbrechen" wie Diebstahl, Einbruch, Raubüberfälle, sexuelle Nötigung und Körperverletzung in den vergangenen zehn Jahren signifikant zurückgegangen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie zur "Last des Verbrechens in der EU", die von dem Meinungsforschungsinstitut Gallup, dem Max-Planck-Institut und anderen Forschern in Brüssel vorgestellt wurde.

In Österreich sind derartige Verbrechen großteils seltener als im EU-Schnitt. Die Alpenrepublik liegt laut der Studie allerdings unter den vier EU-Staaten mit der höchsten Rate von sexueller Gewalt.

Gemeinsam mit Spanien, Ungarn, Portugal, Frankreich und Griechenland weist Österreich die niedrigste Verbrechensrate auf. "Diese Länder haben signifikant Risiken unterhalb des europäischen Durchschnitts und können als Länder mit niedriger Kriminalität im EU-Kontext betrachtet werden", heißt es in dem Bericht. Als "Hotspots" von Verbrechen wurden dagegen folgende Länder identifiziert: Irland, Großbritannien, Estland, Niederlande und Dänemark. In diesen Länden lag die Verbrechensrate laut Studie 30 Prozent über dem europäischen Durchschnitt.

15 Prozent der EU-Bürger gaben an, 2004 Opfer eines allgemeinen Verbrechens (Eigentumsdelikte oder Gewaltverbrechen) geworden zu sein. In Österreich sei dieser Anteil seit 1999 um zwei Prozentpunkte auf 12 Prozent zurückgegangen, heißt es in der Studie. Autodiebstähle sind demnach in Österreich so selten wie nirgendwo sonst in der EU. Einbruchdiebstähle und Raub haben seit 1999 zwar auch in der Alpenrepublik zugenommen, sind aber mit ein bzw. 0,6 Prozent Betroffenen noch immer relativ niedrig.

Korruption unter EU-Schnitt
Obwohl sexuelle Gewalt in Österreich nach der Studie zurückging, weist Österreich dabei nach Irland, Schweden und Deutschland mit zwei Prozent eine der höchsten Raten in der EU auf. Körperverletzung und so genannte "hate crimes", bei denen Verbrechen aus rassistischen Motiven begangen werden, liegen in Österreich unter dem EU-Schnitt. Auch Betrug an Konsumenten oder Korruption liegen mit Raten von acht bzw. 0,5 Prozent unter dem europäischen Schnitt, heißt es in der Studie. Auch die Unterstützung für die Polizei ist überdurchschnittlich hoch, in der EU kann sich die Polizei ansonsten nur in Dänemark, Belgien, Deutschland und Finnland derartiger Unterstützung erfreuen.

Für die Studie wurden in den Jahren 2004 und 2005 in 18 EU-Staaten rund 38.000 Personen befragt, in Österreich wurden rund 2000 Menschen befragt.

(apa/red)

5.2.2007 18:41