Montag, 5. Februar 2007

"Drogen-Oma" droht Pension im Gefängnis: Steirische Exekutive sprengt Suchtgiftring

  • 68-Jährige lagerte Haschisch im Wert von 1,3 Mio. €
  • Plantage entdeckt - Bande dealte in Obersteiermark

Der Polizei im obersteirischen Leoben ist ein Schlag gegen die Suchtgiftszene geglückt. Im Zuge von Erhebungen stieß man auf fünf Dealer, die große Mengen Haschisch im Marktwert von rund 1,3 Mio. Euro an Jugendliche im Bezirk Leoben verkauft hatten. Haupttäterin dabei dürfte eine 68-jährige Frau sein. Die "Drogen-Oma" ist einschlägig vorbestraft. Bei Hausdurchungen stießen die Kriminalisten auch auf eine Indooranlage mit sechs Natriumhochdruckdampf-Lampen und schon erntereifen Hanfpflanzen.

Bei den Verhafteten handelt es sich um eine 68-jährige Frau, deren Sohn (48) und dessen gleichaltriger Freund aus Wien, die in den Niederlanden "eine übergroße Menge Haschischplatten in sehr guter Qualität und zwei Kilogramm Kokain" erworben hatten. Die Drogen wurden in Wien, Oberösterreich und der Steiermark "mit einem stattlichen Gewinn umgesetzt", so das Stadtpolizeikommando Leoben.

Nachdem die Leobener Kripo-Leute wochenlang ermittelt hatten, wurden im Bezirk und länderübergreifend in Wien und Salzburg Hausdurchsuchungen und Verhaftungen vorgenommen. Dabei wurden am 17. Jänner eine 42-jährige Frau aus St. Stefan ob Leoben, ihr 18 Jahre alter Sohn und der Lebensgefährte der Frau verhaftet. Am 22. Jänner schlugen die Fahnder in Wien zu und nahmen mutmaßliche Drogen-Oma" sowie den Freund des Sohnes fest. Letzterer wurde allerdings wieder auf freien Fuß gesetzt. Der Sohn der laut einem Ermittler "reuigen Dame, die nicht einmal raucht" wurde bereits zuvor in Deutschland wegen Kurierfahrten mit Drogen fest genommen.

Suchtgift in der Obersteiermark verkauft
Die "obersteirischen Subdealer", so ein Ermittler, hätten ebenfalls im Familienverband agiert. Sie verkauften das Suchtgift in den Bezirken Knittelfeld, Judenburg, Leoben und der Stadt Leoben. Vorwiegend versorgten sie jugendliche Suchtgiftkonsumenten in den Ortsteilen Donawitz, Lerchenfeld und Judendorf. Ihnen konnte im Zeitraum von 2004 bis 2006 ein Handel mit insgesamt 18 Kilogramm Haschisch nachgewiesen werden.

Bei den Hausdurchsuchungen wurden weitere Suchtmittel, eine Indooranlage mit insgesamt sechs Natriumhochdruckdampflampen und zur Ernte gereifte Hanfpflanzen sowie eine größere Menge an Bargeld, basierend aus Suchtgifterlösen, vorgefunden und sichergestellt. Der Marktwert der importierten Suchtmittel beläuft sich auf rund 1,3 Mio. Euro. Die Verdächtigen seien "auf Grund der erdrückenden Beweislast umfassend geständig", so die Exekutive.

(apa/red)

5.2.2007 14:54