Montag, 5. Februar 2007

Laut Kinderhilfswerk der Unicef: Jedes vierte Kind in Südosteuropa lebt in Armut!

  • Caritas startet Spendenkampagne für Straßenkinder
  • Küberl: "Kinder kämpfen auf Straße ums Überleben!"

Spiel, Spaß, Geborgenheit, Ausbildung, ein intaktes Elternhaus, ausreichende Mahlzeiten sind Begriffe, die für rund 18 Millionen Kinder in Osteuropa nicht existieren. Egal ob in Weißrussland, Moldawien, der Ukraine oder Albanien: Unter der extremen Armut dieser Länder leiden vor allem die Jüngsten. Die Caritas hat deshalb einen Spendenaufruf für Straßenkinder und Sozialwaisen gestartet.

Laut Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (Unicef) lebt jedes vierte Kind in Südosteuropa in extremer Armut. Berechnungen zufolge stehen ihnen pro Kopf umgerechnet 1,70 Euro pro Tag zur Verfügung. Die Realität sieht freilich noch dramatischer aus. Denn viele Familien haben gar nichts. Die Eltern keine Arbeit, die Kinder keine Chance auf Ausbildung, das Haus keinen Strom und kein Gas, niemand etwas zu essen. Geld für teure Medikamente gibt es schon gar nicht, der Staat ist nicht in der Lage zu helfen.

Mädchen häufig Opfer von Menschenhändlern
Die durch den völligen Zusammenbruch sozialer Strukturen hervorgerufene Perspektivlosigkeit treibt jährlich viele junge Menschen ins Ausland. So hat etwa ein Viertel der Bevölkerung Moldawiens die Heimat verlassen, meist mit der Hoffnung auf ein besseres Leben. Dabei werden eine Vielzahl an Mädchen oft Opfer von Menschenhändlern. Der versprochene Job als Kellnerin in Griechenland, Italien oder den Vereinigten Arabischen Emiraten entpuppt sich meist als Mogelpackung. Brutale Misshandlungen, Prostitution und moderne Sklaverei treiben die jungen Frauen häufig in den Freitod.

Ohne die Unterstützung von Hilfsorganisationen hätten diese Nachfolgestaaten der Sowjetunion keine Überlebenschance. Insgesamt 260 Projekt betreibt die Caritas in 17 Ländern. In Waisenhäusern, Tagesstätten, Schulausspeisungen erhalten Straßenkinder und Waisen neben Essen und einem Dach über dem Kopf auch Bildung und Geborgenheit. Alte Menschen bekommen Essen auf Rädern oder werden von der Hauskrankenpflege betreut. Weitere Schwerpunkte der Auslandshilfe bilden Menschen mit Behinderungen und benachteiligte Volksgruppen wie etwa Roma.

(apa/red)Täglicher Kampf ums Überleben"
"Das Leben auf der Straße ist für die Kinder in diesen Ländern kein Spiel sondern ein täglicher Kampf ums Überleben", appellierte Caritas-Präsident Franz Küberl im Rahmen einer Pressekonferenz in Wien. Und Michael Landau, Direktor der Caritas Wien, die allein in Moldawien 19 Projekte betreut, ergänzte: "Wir handeln heute wirtschaftlich global, politisch multilateral und moralisch-ethisch erstaunlich provinziell. Was Not tut, ist eine Globalisierung des Verantwortungsbewusstseins."

Caritas-Spendenaktion: "Vergessen. Kinder in Not in den ärmsten Ländern Europas brauchen Ihre Hilfe", Spendenkonto: PSK 7.700.004, Blz. 60000, Kennwort: Osteuropa-Hilfe)
(apa/red)

5.2.2007 14:23