Donnerstag, 1. März 2007

Harter Preiskampf bei Kfz-Versicherungen: Günstige Kasko und Haftpflicht-Konditionen

  • FORMAT: Zahlreiche Versicherungen unter der Lupe
  • Bis zu 1.800 Euro können pro Jahr gespart werden

Die Autoversicherer leiden an einer immer wieder grassierenden Krankheit - der Rabattitis. Bis zum Jahr 2002 wurde mit Ladyrabatt & Co jeder noch so schlechte Autofahrer geködert. Als sich Verluste in Milliardenhöhe anhäuften, wurde die Notbremse gezogen und die Dumpingprämien eliminiert. Die blutroten Zahlen sind wieder schwarz. Fragt sich nur, wie lange noch. Denn seit Herbst 2005 sind die Preise der Kfz-Versicherungen neuerlich auf Talfahrt. Der aktuelle Konditionenvergleich von FORMAT zeigt: Die Preisunterschiede sind gewaltig. Durch einen Wechsel der Assekuranz kann man in Einzelfällen über 1.800 Euro im Jahr sparen.

Und der Preiskampf könnte sich noch weiter verschärfen. In Deutschland sind die Kfz-Prämien bereits 2006 um mehr als vier Prozent gesunken. Gewinner ist mit Sicherheit der Kunde, der sich über niedrige Prämien und attraktive Rabatte freuen kann. Beispiele zeigen, dass es etwa bei einem Audi Avant mit 132 kW in der Schadensfreiheitsklasse 9 schon bei der reinen Haftpflichtversicherung zwischen dem günstigsten und dem teuersten Angebot einen Preisunterschied von 503 Euro gibt.

Deutliche Preisunterschiede
Noch deutlicher wird die Kluft bei einem Paket aus Haftpflicht und Vollkasko. Hier lassen sich beim gleichen Fahrzeug 1.870 Euro im Jahr einsparen. Auch bei der Teilkasko sind die Unterschiede der Stufe 9 extrem. So spart sich die Fahrerin eines Fiat Punto bis zu 694 Euro, falls sie die billigste Variante wählt.

Schlechte Fahrer unerwünscht
Grund für die teils unattraktiven Tarife ist die Strategie vieler Versicherer, Fahrer mit schlechteren Bonusstufen eher abzuschrecken. Besonders Junglenker, die meist bei Grundstufe 9 beginnen, haben es schwer.

Belohnungen für gute Fahrer
Besonders heiß umkämpft sind Fahrer über 25 in den besten Bonusklassen. Und das ist die große Mehrheit: Im Durchschnitt sind 66,2 Prozent in den ersten beiden Bonusstufen unterwegs - und die Zahl dieser Toplenker steigt von Jahr zu Jahr an. Die Prämienunterschiede in der Stufe 0 sind geringer als bei Einsteigern, aber immer noch beträchtlich. Eine 38 Jahre alte Lenkerin eines Golf TDI mit 66 kW, dem weitverbreitetsten Auto, kann 270 Euro pro Jahr für Haftpflicht und Vollkasko sparen, ein 28-jähriger Opel-Zafira-Fahrer 771 Euro. Für einen 33-jährigen Besitzer eines BMW-Cabrios mit 110 kW liegt der Unterschied zwischen dem besten und dem finanziell schlechtesten Angebot sogar bei 868 Euro.

Billig ist nicht gleich günstig
Wer wirklich günstig unterwegs sein möchte, sollte allerdings nicht nur nach billigen Tarifprämien suchen, sondern diese nur als Basis für weitere Verhandlungen nutzen. Sonderrabatte gebe es unter anderem bei der Allianz (bis zu 35 Prozent), bei der Donau und Generali (30 Prozent) sowie in Einzelfällen bei der Wiener Städtischen (40 Prozent). Sogar für Kunden der Stufe 9.

Deckungsumfang beachten
Entscheidend ist allerdings nicht nur der tiefste Preis, sondern auch der Deckungsumfang und die Höhe der Selbstbehalte. Jeder Versicherer unterscheidet sich im Kleingedruckten beträchtlich. In der Haftpflicht sollte die Deckungssumme mindestens zehn Millionen Euro betragen. So ist man auch als Auslöser von Katastrophen abgesichert. Außerdem wird die derzeitige Mindestsumme von drei Millionen voraussichtlich ab 1. Juni ohnehin auf sechs Millionen Euro angehoben.

Probleme für Malusfahrer
Für chronische Unfallfahrer ist der Verhandlungsspielraum nahe null. Besonders unangenehm für Autofahrer ist die Kündigung im Schadensfall. Ganz im Gegensatz dazu stehen die Wenigfahrer. Die Uniqa will ab Herbst für Autos, die nachweislich unter 10.000 Kilometer im Jahr unterwegs sind, bis zu 35 Prozent Rabatt gewähren. Schon jetzt ist klar: Der Konter der Konkurrenz wird nicht lange auf sich warten lassen.

1.3.2007 09:48