Freitag, 9. Februar 2007

Start des Elektroautos "Girasole" in Japan:
Für Käufern winken staatliche Zuschüsse

  • Winzling überzeugt mit seinen technischen Daten
  • 65 km/h Spitzengeschwindigkeit & 120 km Reichweite

Das italienische Microcar "Girasole" erobert den japanischen Markt: mit ausgefallenem Design und technischen Rafinessen. Aber auch dank staatlicher Zuschüsse: Damit sollen im heurigen Jahr bis zu tausend Winzlinge durch Japans Städte rollen - immerhin mit einer Spitzengeschwindigkeit von 65 km/h bei einer Reichweite von 120 Kilometern.

Mit einer Länge von 2,34 Metern und einer Breite von 1,51 Metern zählt "Girasole" zu den Microcars am Automarkt. Sein Know-how kommt ausschließlich aus italienischem Haus: von der Firma Start Lab. Sie hat ihren Sitz in Garbagnate Milanese. Um auf dem mit Ökofahrzeugen verwöhnten japanischen Markt Erfolg zu haben, ist der Winzling von den Italienern mit technischen Rafinessen ausgestattet worden: "Bei den für den japanischen Markt bestimmten Modellen werden [... ] Hightech-Batterien eingesetzt. Dadurch verdoppelt sich die Reichweite auf 120 Kilometer," erklärt Firmengründer und -direktor Maurizio Tomaselli. Zudem hat "Girasole" zahlreiche Crash-Tests hinter sich, die seine Sicherheit unter Beweis gestellt haben.

Statt 45 km/h nun 65 km/h
Die Temposteigerung mache eine spezielle Leichtbauweise möglich, so Firmengründer Maurizio Tomaselli. Damit bringt der Wagen schlanke 490 kg auf die Waage. Was sich auch auf die Effizienz auswirkt: Der auf vier Kilowatt ausgelegte Elektromotor leistet nun pro Batterieladung eine Reichweite von durchschnittlich 120 Kilometern. Aufgeladen sind die vier 12-Volt-Akkus wieder in sieben bis acht Stunden - dafür bedarf es nur einer herkömmlichen 220 Volt-Steckdose. Die Leichtbauweise bedeutet aber keine Einschränkung bei der Ausstattung: Neben der Normalausführung ("Street") wird das Elektroauto auch als offene Version für Transportzwecke ("Hobby & Work") und für den Einsatz auf Sportplätzen ("Golf") angeboten.

Zusätzlich Steuerzuckerl
In der Preisliste ist der italienische Winzling mit 2,6 Millionen Yen angeschrieben - umgerechnet etwa 16.000 Euro. Das ist viel Geld, auch in Japan. Deshalb winken dort beim Kauf des Autos Vergünstigungen in Form von staatlichen Zuschüssen zwischen 700.000 und einer Million Yen. Das ergibt einen Preisnachlass von 4.500 Euro bis 6.000 Euro.

Von Null an begonnen
Ohne Unternehmenserfahrung hatte der am Mailänder Polytechnikum studierte 44-jährige Ingenieur Tomaselli 1998 zusammen mit seinem Partner, dem Autodesigner Diego Della Rosa, den Weg in das industrielle Abenteuer angetreten. Angesichts des bevorstehenden Marktauftritts in Japan wird die Start Lab in Kürze eine neue Fabrik in Garbagnate einweihen und die Produktionsniederlassung in Pont St. Martin (Aostatal) auf volle Kapazität hochfahren. Doch Tomaselli blickt bereits in eine neue Dimension: Künftig soll der "Girasole" auf Lizenz auch in Detroit montiert werden. (pte/red)

Quelle: Pressetext

9.2.2007 14:16