Freitag, 2. Februar 2007

London lehnt Verbot für Magermodels ab! Staatl. Regulierungen nicht wünschenswert!

  • Einzige Bedingungen: "Gesund" und unter 16 Jahre!
  • Meinung: Model & Moderatorin Elke Lichtenegger

Ultradünne Models werden ungeachtet von Laufstegverboten in anderen Ländern nicht grundsätzlich von der bevorstehenden Londoner Modewoche ausgeschlossen. Allerdings rief der britische Modeverband BFC am Donnerstag die gesamte Branche auf, freiwillig darauf zu achten, dass die Mannequins "gesund" und nicht unter 16 Jahre alt sind.

"Als Veranstalter der Modewoche sehen wir unsere Verantwortung, ein gesundes Aussehen zu fördern", erklärte der BFC. Staatliche oder sonstige Regulierungen der Teilnahme etwa nach dem Körpermasseindex seien jedoch "weder wünschenswert, noch durchsetzbar".

Maßstäbe für gesundes Aussehen
Hingegen könne ein freiwilliges Gesundheitsbekenntnis der Modemacher und der Industrie den Einsatz von "Magermodels" beenden. Der Modeverband kündigte die Bildung einer Arbeitsgruppe an, die Richtlinien-Empfehlungen für "gesundes Aussehen" unterbreiten soll.

Ärztliches Attest
Die britische Kulturministerin Tessa Jowell begrüßte die Erklärung des BFC. "Ich rufe die Designer dringend auf, dies zu unterstützen. Die Veranstalter der Madrider Modewoche hatten im vergangenen Herbst den Einsatz von unterernährten Models verboten. In Italien müssen magersüchtig wirkende Models inzwischen ein ärztliches Attest vorlegen, das ihnen bescheinigt, wirklich gesund zu sein.

New York Fashion Week
Ein striktes Verbot für knochige Models bei der Fashion Week in New York gibt es übrigens ebenfalls nicht. Das hätte wohl auch viele Mädchen (und ihre Agenturen) arbeitslos gemacht, denn der durchschnittliche BMI für amerikanische Top-Models liegt nach einer Untersuchung bei 16,3. So zeigte auch Cathy Gould von der Modelagentur Elite in Nordamerika zwar Verständnis für die Entscheidung von Madrid. Trotzdem sei der Schritt "ungeheuerlich und diskriminierend" für von Natur aus superschlanke Models. David Bonnouvrier, Chef von DNA-Models sieht das anders: "In der Modeindustrie sollte es um Schönheit und Luxus gehen, nicht um verhungerte Leute, die blass und krank aussehen", sagte er in einem Interview mit der "New York Times". Langsam aber sicher scheint die Botschaft auch anzukommen. "Wenn man Knochen sieht und anfängt, die Rippen zu zählen, wird es alarmierend", sagte Linda Wells, Redakteurin des US-Magazins Allure. Und selbst Supermodel Jessica Stam drückte ihre Betroffenheit aus. "Es gibt viele Mädchen, die dünn und gebrechlich aussehen. Ich weiß nicht, ob sie gesund sind oder nicht, aber ich finde das weder feminin noch attraktiv", sagte die 20-jährige Kanadierin.

"Knochig heißt nicht ästhetisch!
Elke Lichtenegger, selbst Model und neues Max-Well-Gesicht steht dem Laufstegverbot für Magermodels positiv entgegen und zeigt sich angesichts der Londoner Legitimierung von besonders dünnen Mädchen kritisch: "Prinzipiell finde ich schlanke und trainierte Körper bei Frauen sehr ästhetisch, man darf dabei aber in keinem Fall übertreiben! Ein schöner Busen gehört unbedingt zu einer Frau dazu, genauso wie ein sexy Po! Lieber ein sportlich, trainierter Body als abgemagert und knochig! Ich kann mir vor allem eins nicht vorstellen: dass Männer auf Frauen ohne jegliche Rundungen stehen!"
(apa/red)

2.2.2007 09:36